APA - Austria Presse Agentur

Corona: Kurz kündigt Massentests wie in Slowakei an

15. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

In Österreich soll es vor Weihnachten Massentests der Bevölkerung geben - ähnlich wie in der Slowakei.

In Österreich soll es gegen Ende des nun verhängten Lockdowns bis 6. Dezember und auch vor Weihnachten Massentests der Bevölkerung geben - ähnlich wie in der Slowakei. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag an. Zielgruppe sind zunächst unter anderem Lehrer.

Laut Kurz wolle man das "Instrument der Massentests auch zu Weihnachten noch einmal nutzen". Der Ablauf sei derzeit in Vorbereitung. Man könne Millionen an Antigen-Tests kaufen, das müsse man auch nutzen. Die Bevölkerung soll gegen Ende der Woche über die Massentestungen informiert werden.

Slowakei

In der Slowakei sei es gelungen, durch Massentestungen zehntausende positive Fälle zu finden, die man dann in Quarantäne schicken konnte, um das Infektionsgeschehen massiv zu drücken, erklärte Kurz. Die Slowakei hatte an den vergangenen Wochenenden die Bevölkerung im Alter von zehn bis 65 Jahren zu Covid-Schnelltests aufgerufen. An der ersten Runde nahmen 3,6 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner teil. Wer kein negatives Testergebnis vorweisen konnte, war von einer strikten Ausgangssperre betroffen und durfte nicht in die Arbeit gehen.

In Österreich wird nun ein ähnlicher Schritt vorbereitet, so will Kurz am Ende des nun verhängten harten Lockdowns auf Massentests setzen. Dabei geht es etwa um den Schulbereich und gewisse Gruppen wie Lehrer, um mit 7. Dezember möglichst sicher wieder aufsperren zu können. In einem noch größeren Schritt will der Kanzler Massen-Antigentests auch vor Weihnachten nutzen, um "ein möglichst sicheres Weihnachtsfest zustande zu bringen". Die "logistische Herausforderung" von Massentests werde man gemeinsam mit den Bundesländern und dem Bundesheer vorbereiten. Über Details will die Regierung Ende kommender Woche informieren.

Infektionszahlen müssen runter

Es gehe nun darum, schnell mit den Infektionszahlen runter zu kommen. Am Ende dieser zweieinhalb Wochen werde man wieder Öffnungsschritte setzen können und werde man "auch das Weihnachtsfest retten können - aber nur, wenn alle mitmachen". Zunächst sollen am 7. Dezember eben die Schulen, aber auch der Handel wieder aufsperren, sagte Kurz. In welcher Art und Weise genau, werde "sehr stark vom Infektionsgeschehen abhängen".

Hausaufgaben für Bundesländer

Hausaufgaben gab Kurz jedenfalls den Bundesländern mit: "Das Contact Tracing in den Bundesländern muss besser werden", forderte der Kanzler. Im Moment könne man ihnen zwar bei den hohen Infektionszahlen "keinen Vorwurf machen", aber die Länder "haben die Verantwortung, sich perfekt aufzustellen" für die Zeit ab 7. Dezember, betonte Kurz. Auf eine konkrete Zahl für Öffnungsschritte wollte sich Kurz nicht einlassen. Für die Sieben-Tages-Inzidenz wäre ein Wert von maximal 50 ideal, er wisse aber nicht, ob man das schaffen werde, derzeit liegt Österreich bei über 500.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe