Corona: Ab 600 Intensivpatienten Lockdown für Ungeimpfte

22. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Bundesregierung und Ländervertreter haben in einem Krisengipfel neue Maßnahmen beschlossen. Der Corona-Stufenplan erhält zu den bisher drei noch zwei neuen Stufen dazu. Bei der höchsten Stufe 5, bei 600 Intensivpatienten, wird es einen Lockdown für Ungeimpfte geben.

Die Zeiten für Impf-Verweigerer könnten bald härter werden. Bei einer stärker werdenden Belastung der Intensivstationen könnte es bis hin zu einem "Lockdown" für jene Personen gehen, die sich nicht immunisieren haben lassen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung von Regierung und Landeshauptleuten, die Freitagabend teils virtuell abgehalten wurde.

Zu den bisher drei Stufen im Corona-Stufenplan kommen zwei neue Stufen hinzu:

  • Stufe 1 - 200 Intensivpatienten (10 Prozent Auslastung): Aktuelle Situation.
  • Stufe 2 - 300 Intensivpatienten (15 Prozent Auslastung): In der Nachtgastronomie (und "ähnlichen Settings") sowie bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze mit mehr als 500 Personen eine 2G-Regel, d.h. nur mehr Geimpfte oder Genesene haben Zutritt. Dies ist in Wien schon jetzt so.
  • Stufe 3 - 400 Intensivpatienten (20 Prozent Auslastung): Antigentests sind nicht mehr gültig. Zutritt in 3G-pflichtigen Settings hätten damit nur mehr Geimpfte, Genesene oder Personen mit aktuellem PCR-Test.
  • Stufe 4 - 500 Intensivpatienten (25 Prozent Auslastung): 2G für Gastronomie, Hotellerie, Veranstaltungen sowie Krankenhaus- und Pflegebesuche.
  • Stufe 5 - 600 Intensivpatienten (30 Prozent Auslastung): Bei 30-prozentiger Auslastung wird es einen Lockdown für Ungeimpfte geben. Wie genau dieser aussehen soll, ist noch unklar.

Allerdings ist bei der 30-prozentiger Auslastung, die 600 Betten entspricht, ohnehin schon eine eher dramatisch Situation eingetreten. Denn spätestens ab 33 Prozent wird es an den Intensivstationen endgültig kritisch.

Derzeit befindet sich das Land auf Stufe 1 mit 224 belegten Intensivbetten. Stufe 2, bei 300 belegten Betten, sei aber bereits in Sichtweite, warnte Gesundheitsminister Mückstein.

Keine weiteren Lockdowns für Geimpfte

Bundeskanzler Schallenberg betonte in der Pressekonferenz auf Nachfrage von Journalisten, dass es für Geimpfte keine weiteren Lockdowns geben werde. Niemand wolle in den Lockdown, nur dazu müsse auch jeder seinen Beitrag leisten und sich impfen lassen. Denn die Impfung sei der einzige Weg, die Pandemie zu besiegen. "Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagte Schallenberg.

Anpassung "jederzeit möglich"

Hinsichtlich der oftmals diskutierten Frage der weitern Verfügbarkeit von Gratis-Corona-Tests hieß es aus dem Gesundheitsministerium am Abend auf APA-Anfrage, eine laufende Evaluierung bezüglich aller Maßnahmen finde selbstverständlich weiterhin statt und künftige Anpassungen seien "jederzeit möglich". Man habe sich in den letzten Wochen unter Einbindung zahlreicher Experten intensiv mit den weiteren Maßnahmen zur Pandemiebewältigung beschäftigt. "Dabei sind wir zum Ergebnis gekommen, dass eine Verlängerung der Zweckzuschüsse z.B. für Impfungen, Rettungseinsätze und Schutzausrüstungen notwendig ist. Auch die Weiterführung der kostenlosen Tests ist dabei für die nächste Zeit vorgesehen."

Kritik aus den Länder

In der Sitzung wurden auch kritische Stimmen aus den Ländern laut. So drängte dem Vernehmen nach der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) aufs Tempo und nahm den Bund in die Pflicht, habe dieser doch vor dem Sommer die Pandemie für beendet erklärt. Er will 2G so schnell wie möglich breit einführen und analog zur in Wien schon lange geltenden Regel FFP2-Maskenpflicht in allen Geschäften. Einen positiven Ausblick gab Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Die Zulassung der Impfung für Kinder von fünf bis elf wird wahrscheinlich schon im November erfolgen, berichtete er nach der Sitzung.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), derzeit auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, erklärte nach der Videokonferenz, dass die Orientierung an der Intensivbettenauslastung der richtige Weg sei, "deshalb werden wir auch daran festhalten".

Quelle: Agenturen / hos