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Wiederkehr für Sommer-Schulpflicht bei schwachen Schülern

09. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Verpflichtende Sommerkurse für Schulkinder, die sonst den Aufstieg nicht schaffen würden, verlangt Wiens Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS).

Die Sommerschule ist freiwillig. Jene, die sie am meisten bräuchten, gehen aber oft nicht hin, während bessere Schüler freiwillig die Schulbank drücken. Deshalb spricht sich Wiens Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) dafür aus, die Sommerschule verpflichtend zu machen. Alle, die "sonst den Aufstieg aufgrund einer negativen Benotung nicht schaffen würden", sollen die Förderung annehmen müssen, so der Stadtpolitiker im "profil". 

Schon jetzt möglich wäre aber in manchen Fällen eine Art Verknüpfung des Besuchs eines Sommerangebots mit der Berechtigung zum Aufstieg in die nächste Klasse, argumentierte Wiederkehr.  

Neun Wochen in der Heimat: Deutsch nachher schlechter

Die freiwillige Sommerschule über zwei Wochen am Ende der Sommerferien werde zwar gut angenommen, sagt Wiederkehr, die Vergangenheit habe aber oft gezeigt, "dass gerade Schülerinnen und Schüler, die besonders profitieren würden, diese bedauerlicherweise nicht in Anspruch nehmen". Häufig würden Schülerinnen und Schüler im Sommer neun Wochen in der Heimat der Eltern verbringen, worunter  die Deutschkenntnisse litten, sagt Wiederkehr.

Bildungslücken durch Corona

In Wien sind teils eklatante Deutschmängel die größte Herausforderung, die Pandemie hat Bildungslücken vergrößert. Verpflichtende Sommerkurse wären für den Stadtrat daher ein "enorm wichtiger Beitrag" zur Integration.

Aufstieg mit Fünfer und Sommerkurs?

Wiederkehr appelliert ans Parlament, eine gesetzliche Grundlage für verpflichtende Sommerkurse zu schaffen. Schon jetzt sieht er außerdem Spielraum, den Aufstieg in die nächste Schulstufe mit einem Nicht genügend zu erlauben – nach erfolgreicher Teilnahme an Sommerschulkursen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam