APA - Austria Presse Agentur

China für internationale WHO-Untersuchung zu Corona-Pandemie

08. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

China will nach eigenen Angaben eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleitete Untersuchung der globalen Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie unterstützen. Die Untersuchung solle in einer "offenen, transparenten und umfassenden Weise" geschehen, nachdem das Virus besiegt sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Freitag.

China will nach eigenen Angaben eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleitete Untersuchung der globalen Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie unterstützen. Die Untersuchung solle in einer "offenen, transparenten und umfassenden Weise" geschehen, nachdem das Virus besiegt sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Freitag.

Zuletzt war der internationale Druck auf Peking gestiegen, eine internationale Untersuchung zur Herkunft des neuartigen Coronavirus in China zuzulassen. China unterstütze die Schaffung eines WHO-Komitees zur Untersuchung der weltweit verhängten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, betonte die Sprecherin Hua Chunying. Die Leitung des Gremiums solle WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus übernehmen.

China war zuletzt in der Frage nach dem Ursprung des neuartigen Erregers Sars-CoV-2 zunehmend unter Druck geraten. Mehrere Regierungen weltweit haben Peking zu Transparenz bezüglich der Herkunft des Erregers aufgefordert.

Die USA werfen China mit Blick auf die Herkunft des Virus Vertuschung vor. US-Außenminister Mike Pence sagte vergangene Woche in einem Fernseh-Interview, es gebe "überwältigende Beweise" dafür, dass das Virus entgegen der Darstellung Chinas aus einem Forschungslabor in Wuhan stamme. China weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Auch die WHO bezeichnete die Vorwürfe der USA als "spekulativ". Die internationale Organisation wartet derzeit auf eine Einladung Chinas, um ein Expertenteam nach Wuhan entsenden zu können, das den Ursprung des Virus untersuchen soll. Der chinesische UN-Botschafter in Genf, Chen Xu, hatte jedoch am Mittwoch gesagt, dass eine solche Einladung erst erfolgen könne, wenn das Virus "endgültig besiegt" sei.

Auch der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, sagte, sein Land sei offen für eine internationale Untersuchung der Herkunft des Coronavirus Sars-CoV-2. "Wir unterstützen den Forschungsaustausch unter Wissenschaftern", so Wu gegenüber dem Magazin "Der Spiegel". Chinesische und US-Wissenschaftler arbeiteten bereits gemeinsam an Projekten zur Rückverfolgung des Virus. "Aber wir lehnen es ab, wenn China ohne Beweis auf die Anklagebank gesetzt, schon im Voraus seine Schuld unterstellt und dann durch sogenannte internationale Untersuchungen nach Beweisen gesucht wird."

Wu verwahrte sich gegen Vorwürfe, China habe den Ausbruch der Epidemie zunächst vertuscht, gestand aber Kommunikationsmängel ein. China sei als erstes Land mit dem unbekannten Virus konfrontiert worden und habe "schnell und transparent reagiert", sagte der Diplomat. "Natürlich hat diese beispiellose Epidemie auch einige unserer Unzulänglichkeiten aufgezeigt. Wir denken darüber nach, wie wir in Zukunft die Beziehung zwischen Wissenschaft und öffentlicher Kommunikation durch die örtliche Politik verbessern können."

Forderungen aus den USA nach Schadenersatz wies der Botschafter zurück. "Völkerrechtlich gesehen gibt es weder einen Vertrag noch einen Präzedenzfall, der den Staat, aus dem ein Virus stammt, verpflichtet, für die Verluste anderer Staaten aufzukommen", sagte Wu. "Wer sollte für Epidemien wie die H1N1-Grippe, Aids oder Rinderwahn verantwortlich gemacht werden?"

Quelle: Agenturen