China: Corona-Lockerungen sorgen für Ansturm auf Reiseportale

27. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach fast drei Jahren Null-Covid-Politik schafft China immer mehr Corona-Maßnahmen ab. Nachdem nun die Quarantänepflicht für Touristen abgeschafft wurde, folgte ein Ansturm auf Reiseportale.

China hatte am 7. Dezember nach fast drei Jahren mit Lockdowns, Massentests und anderen strengen Maßnahmen ein abruptes Ende seiner Null-Covid-Politik verkündet.

Zuletzt teilte die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mit, dass die Gefahrenstufe des Coronavirus ab dem 8. Jänner herabgesenkt wird. Damit einhergehend müssen Reisende nach ihrer Ankunft keine Hotel-Quarantäne mehr über sich ergehen lassen, wie aus der Mitteilung hervorging.

Isoliert und streng überwacht

Zuletzt wurden Reisende noch für mindestens fünf Tage in einem Hotelzimmer isoliert und streng überwacht. Zeitweise war sogar eine Einreise-Quarantäne von 21 Tagen vorgeschrieben gewesen. Künftig müssen Reisende nach Angaben der Kommission nur noch einen negativen Corona-Test vor dem Abflug nach China vorlegen. Weitere Tests nach der Ankunft sollen entfallen.

Ansturm auf Reiseportale

Schrittweise sollen auch Chinesen wieder mehr internationale Reisen unternehmen dürfen. Während der Pandemie hatte die Regierung Reisemöglichkeiten ins Ausland für die eigenen Landsleute stark eingeschränkt. Bereits kurz nach der Ankündigung der Lockerung sollen Reiseportale von Anstürmen berichtet haben. 

Bei der chinesischen Reiseplattform Ctrip soll die Suche nach internationalen Reisezielen innerhalb einer halben Stunde nach der Ankündigung um das Zehnfache gestiegen sein, berichtet der "Guardian". Die gefragtesten Reiseziele sollen demnach Macau, Hongkong, Thailand und Südkorea sein. Auch auf der Plattform Qunar soll die Suche nach internationalen Flügen innerhalb 15 Minuten auf das Siebenfache angestiegen sein.

248 Millionen Menschen infiziert

Mit dem Ende fast aller Maßnahmen verbreitet sich das Virus in China nun rasend schnell. Nach offiziell unbestätigten internen Schätzungen haben sich allein in den ersten drei Dezemberwochen 248 Millionen Menschen oder 18 Prozent der Bevölkerung mit Corona infiziert. Krankenhäuser sind überfüllt und viele Krematorien können die Leichen nicht mehr schnell genug einäschern. Hochrechnungen von Experten zufolge muss mit Hunderttausenden von Toten gerechnet werden.

Die Kehrtwende in der Corona-Politik wurde damit begründet, dass die Infektionen mit den neuen Omikron-Varianten nicht mehr so schwer verliefen. Doch sahen Experten den Grund vor allem darin, dass die strikten Maßnahmen angesichts der explosionsartigen Ausbreitung nicht mehr durchgehalten werden konnten. Auch belasteten die Beschränkungen die zweitgrößte Volkswirtschaft zunehmend.

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj