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Buddy-System soll österreichische und ukrainische Jugendliche verlinken

12. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Jugendliche aus Österreich und der Ukraine sollen besser vernetzt werden. Daher etabliert die Regierung ein Buddy-System, mit dem junge Österreicher Flüchtlingen aus dem Kriegsland den Einstieg hierzulande erleichtern sollen.

Das Potenzial der Aktion ist groß. Denn laut Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) sind 24.000 der 70.000 in Österreich registrierten Vertriebenen aus der Ukraine unter 18. Gemeinsam soll Freizeit "wertvoll verbracht" werden, wie Raab betonte. Eingebunden werden Schulen ebenso wie ehrenamtliche Organisationen.

Die Zielgruppe ist sogar noch größer. Teilnehmen können junge Menschen zwischen zwölf und 35. Die Buddys sollen zwischen 16 und 35 sein. Sich engagieren können Organisationen ebenso wie Einzelpersonen.

Zusammenlegung nach Interessen

Melden kann man sich über die Website des Integrationsfonds. Dann erfolgt ein Kontakt und es wird versucht, Jugendliche zusammenzuspannen, deren Interessenslage ähnlich ist. Den Buddys wird auch eine Einschulung durch den Integrationsfonds zu teil. Sie sollen ihre Schützlinge dann etwa zu Freizeitaktivitäten mitnehmen, gemeinsam lernen oder beispielsweise eine Schule näher bringen.

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) hatte zur Pressekonferenz auch gleich Vertreter von Organisationen mitgebracht, die bereits ihr Interesse angemeldet haben, etwa Landjugend, Pfadfinder, Jungschar, Sport Union und Blasmusik-Jugend. Hemmungen wegen Sprach-Barrieren solle man keine haben, meinte Plakolm. Die seien etwa beim Musizieren oder beim Sport nicht entscheidend.

Polaschek: Schulen guter Anknüpfungspunkt

Auch die Bildungsdirektionen wurden bezüglich des Projekts schon informiert. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) sieht die Schulen hier als guten Anknüpfungspunkt. Seinen Angaben zu Folge sind bereits rund 9.500 Jugendliche aus der Ukraine an österreichischen Schulen tätig. Auch der Integrationsfonds wird sich aktiv an Ukrainer wenden, um Interesse an der Aktion zu wecken. In den eigenen Zentren habe man täglich Kontakt mit hunderten Ukrainern.

Unterstützung kommt bereits von der Schülervertretung. Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger rief dazu auf, "teilzunehmen und Gutes zu tun"

Quelle: Agenturen