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Britischer Premier von Medien angezählt

05. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Die Verbindung des Labour-Parteiveterans Peter Mandelson zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stürzt den britischen Premier Keir Starmer in eine tiefe Regierungskrise. Der "Guardian" zitierte am Donnerstag Abgeordnete, wonach dessen Tage gezählt seien. Die BBC kommentierte: "Starmer kann sich solche Tage nicht mehr leisten." Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein nahegelegt.

Schlimmer noch: E-Mail-Verläufe sollen zeigen, dass der britische Ex-Wirtschaftsminister Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor Epstein weitergegeben hat. Der Politiker äußerte sich bisher nicht zu diesen Vorwürfen, inzwischen ermittelt auch die Polizei.

Im Februar 2025 war der frühere EU-Kommissar von der Starmer-Regierung zum britischen Botschafter in den USA berufen worden. Damals galt der 72-jährige Mandelson, der wegen seines Machtstrebens den Spitznamen "Prince of Darkness" verpasst bekommen hatte, als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-Präsident Donald Trump durchzusetzen. Die entscheidende Frage ist nun, wie viele Details aus der Epstein-Verbindung bei Starmer und dessen Stab bekannt waren.

Starmer ging am Donnerstag in die Offensive und entschuldigte sich bei den Opfern Epsteins für die Ernennung Mandelsons zum britischen Botschafter in den USA. "Es tut mir leid", sagte Starmer in einer Rede in der südenglischen Stadt Hastings. "Es tut mir leid, was Ihnen angetan wurde, es tut mir leid, dass so viele Menschen mit Macht Sie im Stich gelassen haben. Es tut mir leid, dass ich Mandelsons Lügen geglaubt und ihn ernannt habe." Die Opfer von Epstein hätten "ein Trauma erlebt, das die meisten von uns kaum nachvollziehen können", sagte der Regierungschef.

"Selbst Starmers Verbündete sind sich über seine Zukunft unsicher", schrieb indes die bestens vernetzte Politikredakteurin Beth Rigby vom Sender Sky News. Am Mittwochabend hatte das Unterhaus des Parlaments in London ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Dokumente zu Mandelsons Ernennungsverfahren veröffentlicht werden müssen. Zwar sollen Informationen, die der nationalen Sicherheit oder den internationalen Beziehungen schaden könnten, ausgenommen sein. Unter dem großen Druck musste Starmer aber Zugeständnisse machen.

In Ungnade gefallen war Mandelson wegen seiner Epstein-Verbindung schon im vergangenen Jahr, seinen Posten als Botschafter verlor er im September 2025. Er sitzt seit dieser Woche zudem nicht mehr im britischen Oberhaus, seinen Titel als "Lord" soll er auch noch verlieren. "Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen", sagte Starmer. Hätte er damals gewusst, was er heute weiß, wäre Mandelson nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen, beteuerte der Premier. Ob diese Distanzierung ausreicht, werden die kommenden Tage zeigen.

Zusammenfassung
  • Die enge Verbindung zwischen dem Labour-Politiker Peter Mandelson und dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat Premier Keir Starmer in eine schwere Regierungskrise gestürzt.
  • Mandelson, der im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt und im September 2025 abberufen wurde, soll während der Finanzkrise vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben; die Polizei ermittelt.
  • Das britische Parlament hat einstimmig die Veröffentlichung der Dokumente zum Ernennungsverfahren beschlossen, während Starmer sich öffentlich bei den Opfern Epsteins entschuldigte und sich von Mandelson distanzierte.