Salcher: Distance Learning führt zu Spaltung der Generation

03. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

In einem Newsroom LIVE Spezial blicken der Bildungsexperte Andreas Salcher und Amin Fidler, Public-Health-Experte und Mitglied der Corona-Kommission, gemeinsam auf die Amtszeit von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zurück und sprechen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung.

Heinz Faßmann habe sich als Bildungsminister im Krisenmanagement "gut bewährt", sagt Bildungsexperte Andreas Salcher in einem PULS 24 Newsroom LIVE Spezial. Dennoch sei es nie Faßmanns Auftrag gewesen "die vielen Baustellen (im Bildungswesen, Anm.) wirklich grundlegend anzugehen", meint Salcher.

Er fordert im Interview eine "grundlegende Bildungsreform". Die Pandemie habe die Kluft zwischen bildungsnahen und -fernen Kindern "sehr vergrößert". Dabei sei der "Schaden diametral verteilt". Kindern aus bildungsfernen Familien würden durch das Distance Learning "noch weiter zurückfallen", warnt der Bildungsexperte. Daher würde er nicht von einer verlorenen Generation sprechen, eher von einer "gespaltenen".

"Schulen so lange es geht offen halten"

"Man kann die Schulen nicht aus dem epidemiologischen Geschehen herausnehmen", meint auch Amin Fidler, Public-Health-Experte und Mitglied der Corona-Kommission. Generell seien die Schulen ein "sehr schwieriges Thema" während der Corona-Pandemie. Einerseits spiele sie durch die hohen Inzidenzzahlen eine "sehr große Rolle" im Infektionsgeschehen, anderseits schade das Distance Learning vor allem den kleinen Kindern. Letzteres sei für Salcher einfach "undenkbar" in dieser Altersgruppe, wie er im Newsroom LIVE Spezial erklärt. "Man sollte die Schulen so lange es geht offen halten", fordert er im Interview.

Zusätzlich spreche er sich für eine Impfplicht bei Berufsgruppen aus, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten. "Ich kann mir nicht aussuchen, ob ich in die Schule gehe und ich kann mir nicht aussuchen, ob die Pflegerin, die mich behandelt geimpft ist", meint er im Interview. Diese hätte laut Salcher schon längst eingeführt werden sollen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea