APA/APA/AFP/ERIC PIERMONT

Bildungsausgaben in Österreich leicht unter OECD-Schnitt

Die Ausgaben für Bildung bleiben in Österreich hinter anderen Staaten zurück. Hierzulande wird ein etwas geringerer Anteil des BIP für Bildungseinrichtungen verwendet, zeigt die neue OECD-Studie "Bildung auf einen Blick". Das ist zu einem guten Teil auf geringere private Aufwendungen (etwa mangels Studiengebühren) zurückzuführen. Aber auch der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Bildung an den öffentlichen Gesamtausgaben liegt in Österreich unter dem OECD-Schnitt.

Laut der am Montag veröffentlichten Studie wurden 2019 in Österreich 4,7 Prozent des BIP für Bildungseinrichtungen vom Primar- bis Tertiärbereich (Volksschule bis Uni) verwendet, in der OECD waren es im Schnitt 4,9 Prozent. Ähnlich sieht es im Kindergartenbereich aus: Hierzulande betragen die Aufwendungen für die Kleinsten 0,7 Prozent des BIP, im OECD-Schnitt sind es 0,9 Prozent.

Diese Relation hat sich in den vergangenen Jahren auch nicht verbessert: Seit 2015 sind in Österreich die Bildungsausgaben um 4,2 Prozent gestiegen - das ist allerdings nur die Hälfte des BIP-Wachstums in dieser Zeit (8,5 Prozent). In der OECD hielten sich die Ausgabensteigerung für die Bildung (10 Prozent) und das BIP-Wachstum (11,5 Prozent) in etwa die Waage. In Österreich wiederum sticht der Hochschulbereich hervor - in diesem Sektor entsprach die Ausgabensteigerung (8,8 Prozent) in etwa dem BIP-Wachstum. Das dürfte vor allem eine Folge des starken Anstiegs des Uni-Budgets sein. Demgegenüber blieb das Plus für den Schulbereich (1,7 Prozent) deutlich zurück.

Der Grund für die geringeren Bildungsausgaben liegt aber nicht unbedingt am Staat. Österreich sticht unter den OECD-Staaten vor allem durch die geringen Bildungsausgaben von Privaten hervor. Das hat unter anderem damit zu tun, dass inländische Studierende nur bei langer Studiendauer Studiengebühren bezahlen müssen. Insgesamt beträgt der Anteil der privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen in Österreich lediglich sieben Prozent (OECD: 17 Prozent). Im Hochschulbereich sind es hierzulande elf Prozent, in der OECD dagegen 34 Prozent.

Aber auch der Staat misst in Österreich bei seinen Ausgaben der Bildung einen geringeren Stellenwert zu als andere OECD-Länder. Hierzulande werden 8,6 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung aufgewendet (ohne Forschungsaktivitäten der Hochschulen), in der OECD beträgt der entsprechende Anteil 9,8 Prozent (ebenfalls ohne Forschungsaufwendungen).

ribbon Zusammenfassung
  • Die Ausgaben für Bildung bleiben in Österreich hinter anderen Staaten zurück.
  • Hierzulande wird ein etwas geringerer Anteil des BIP für Bildungseinrichtungen verwendet, zeigt die neue OECD-Studie "Bildung auf einen Blick".
  • Das ist zu einem guten Teil auf geringere private Aufwendungen zurückzuführen.
  • Insgesamt beträgt der Anteil der privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen in Österreich lediglich sieben Prozent.