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Biden sagt weitere Waffen und Militärhilfen für Ukraine zu

16. März 2022 · Lesedauer 3 min

US-Präsident Joe Biden hat weitere Waffenlieferungen und Militärhilfen für die Ukraine in Höhe von 800 Millionen Dollar (730 Millionen Euro) angekündigt.

Damit würden der Ukraine Tausende Panzerabwehrwaffen, rund 800 Luftabwehrraketen, 7000 Feuerwaffen wie Maschinenpistolen, zahlreiche Granatwerfer, 20 Millionen Schuss Munition und sogar Drohnen zur Verfügung gestellt, erklärte Biden am Mittwoch im Weißen Haus. 

"Amerika steht zu den Kräften der Freiheit", sagte der Präsident. Die USA würden die Ukraine so lange wie nötig unterstützen, erklärte er. Mit Hilfe der neuen Luftabwehrraketen könnten die Ukrainer auch weiterhin Russlands "Flugzeuge und Helikopter stoppen" und den ukrainischen Luftraum verteidigen, sagte Biden. Die USA werden der Ukraine auch dabei helfen, Flugabwehrsysteme mit noch größerer Reichweite zu bekommen, die auch Ziele in größeren Höhen erreichen können, wie Biden versprach.

13,6 Milliarden für die Ukraine

Die US-Regierung hat der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor etwa drei Wochen damit bereits Militärhilfen und Waffenlieferungen im Wert von 1,35 Milliarden US-Dollar zugesagt. Seit Anfang vergangenen Jahres summieren sich die US-Hilfen auf 2 Milliarden Dollar. Das US-Militär hat ukrainische Soldaten trainiert sowie Ausrüstung und moderne Waffen geliefert. Darunter befanden sich auch Flugabwehrraketen vom Typ Stinger und Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ Javelin. Andere Länder, darunter auch Deutschland, haben der Ukraine ebenfalls Waffen geliefert oder zugesagt.

Waffenlieferungen in die Ukraine könnten eher Konflikt verlängern als eine Flugverbotszone

Der US-Kongress hatte erst vergangene Woche einen Haushalt beschlossen, in dem bis Ende September insgesamt 13,6 Milliarden Dollar humanitäre, wirtschaftliche und militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen sind. Unmittelbar vor Bidens Ankündigung hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses mit Nachdruck mehr militärische Unterstützung des Westens, die Einrichtung einer Flugverbotszone und neue Sanktionen gegen Russland gefordert.

Biden warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin "Gräueltaten" bei dem von ihm befohlenen Angriffskrieg auf die Ukraine vorgeworfen. "Putin richtet in der Ukraine entsetzliche, entsetzliche Verwüstungen und Schrecken an und bombardiert Wohnhäuser, Entbindungsstationen und Krankenhäuser", sagte Biden am Mittwoch bei einem Auftritt im Weißen Haus.

Der Präsident verwies auf Berichte, wonach russische Truppen in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Mariupol Ärzte als Geiseln genommen hätten. "Das sind Gräueltaten", sagte Biden. "Und die Welt ist sich einig in unserer Unterstützung für die Ukraine und unserer Entschlossenheit, Putin einen sehr hohen Preis zahlen zu lassen. Amerika führt diese Bemühungen gemeinsam mit unseren Verbündeten an."

Biden dankte Selenskyj

Biden dankte dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für dessen "leidenschaftliche Botschaft" beim Auftritt per Videolink aus Kiew vor dem US-Kongress am Mittwoch. Selenskyj hatte dabei an Biden appelliert: "Ich wünsche Ihnen, der Anführer der Welt zu sein. Der Anführer der Welt zu sein bedeutet, der Anführer des Friedens zu sein."

Selenskyj - der von den Senatoren und Kongressabgeordneten mit stehendem Beifall gewürdigt wurde - betonte: "Das ukrainische Volk verteidigt nicht nur die Ukraine, es kämpft für die Werte Europas und der Welt." Der ukrainische Präsident hatte bei seinem Auftritt mit Nachdruck mehr militärische Unterstützung des Westens gefordert.

Biden schwor die Menschen in den USA auf einen "langen und schwierigen Kampf" ein. Das amerikanische Volk werde die Ukraine aber angesichts der "unmoralischen" und "unethischen" Angriffe des russischen Präsidenten Wladimir Putin standhaft unterstützen, sagte Biden am Mittwoch in Washington. "Dies ist ein Kampf zwischen den Gelüsten eines Autokraten und dem Wunsch der Menschen, frei zu sein", so Biden weiter. "Wir sind vereint in unserer Abscheu vor Putins verwerflichem Angriff."

Quelle: Agenturen