APA - Austria Presse Agentur

Belarus verhängt Einfuhrverbot für Lebensmittel aus westlichen Ländern

07. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Belarus hat als Reaktion auf Sanktionen ein Einfuhrverbot für Lebensmittel aus einer Reihe westlicher Staaten angekündigt.

Die belarussischen Behörden veröffentlichten am Dienstag eine lange Liste von Lebensmitteln, darunter Fleisch, Milchprodukte, Gemüse, Süßwaren und Salz, deren Einfuhr aus der EU, den USA, Kanada, Großbritannien und Norwegen ab Jänner verboten ist. Nach Angaben aus Minsk könnten weitere Produkte hinzugefügt werden.

"In Anbetracht der anhaltenden Versuche des gesamten Westens, illegalen Sanktionsdruck auf unser Land auszuüben, wurden Vergeltungsmaßnahmen ergriffen", erklärte die Regierung. "Importeure, Hersteller und Einzelhandelsketten werden sich darauf konzentrieren, Waren, die nicht in Belarus hergestellt werden, durch Lieferungen aus befreundeten Staaten zu ersetzen." Einige Produkte wie etwa Babynahrung blieben im "Interesse der belarussischen Bürger" aber von dem Verbot ausgenommen.

Sanktionen gegen Lukaschenko

Die westlichen Staaten haben seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Belarus im August 2020 eine Reihe von Sanktionen gegen belarussische Regierungsvertreter, Organisationen und Unternehmen verhängt. Vergangene Woche kamen in einer koordinierten Aktion der Europäer und Nordamerikaner wegen der Migrationskrise an den EU-Grenzen zu Belarus weitere Sanktionsbeschlüsse dazu.

Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Migranten aus dem Nahen Osten an die EU-Grenzen zu schleusen. Minsk weist dies zurück. Vorherige Sanktionen wurden wegen Vorwürfen des Wahlbetrugs und des harten Vorgehens der belarussischen Behörden gegen Demonstranten und Regierungsgegner verhängt.

Mit einem Einfuhrverbot auf Lebensmittel tut es Lukaschenko seinem Verbündeten, Russlands Staatschef Wladimir Putin, gleich. Moskau hatte 2014 als Antwort auf westliche Sanktionen in der Ukraine-Krise ebenfalls Importe landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der EU verboten.

Quelle: Agenturen / koa