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Arbeiterkammer erreichte 2025 948 Millionen Euro

Heute, 10:09 · Lesedauer 2 min

Die Arbeiterkammer konnte im Jahr 2025 948 Millionen Euro für ihre Mitglieder erreichen. "Im Vergleich zu 2024 ist das ein deutliches Plus von 15 Prozent", betonte AK-Direktorin Silvia Hruška-Frank bei der Präsentation der Leistungsbilanz am Donnerstag. Die Zahl der Beratungen ging um etwa 4,3 Prozent zurück, es wurden rund 2,3 Millionen Beratungen durchgeführt. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei weiter angespannt und bereite ihr Sorgen, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl.

Der Großteil der Beratungen entfiel - wie üblich - auf die Bereiche Arbeitsrecht, Sozialrecht und insolvenzrechtliche Beratungen. Vor allem Insolvenzen standen 2025 im Fokus. "Obwohl die Zahl der Firmeninsolvenzen 2024 bereits sehr stark gestiegen ist, blieb das Insolvenzgeschehen auch 2025 hoch. Die höhere Zahl der abgeschlossenen Fälle bedeutete sogar noch höhere Auszahlungen 2025 an die Mitglieder als im Jahr davor", erklärt Hruška-Frank. "Signa, KTM und Quester, diese Fälle haben unsere Expertinnen und Experten beschäftigt", so Hruška-Frank. Zwar zeige die Konjunktur nach zwei Rezessionsjahren erste Anzeichen einer Erholung und auch die Inflation gehe zurück, allerdings bleibe die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter herausfordernd.

Dass trotz leicht gesunkener Beratungen deutlich mehr Geld für die rund vier Millionen Mitglieder herausgeholt wurde, lässt sich laut der AK-Direktorin wie folgt erklären: "Wir verzeichnen immer mehr Fälle, bei denen es um enorme Summen geht, die wir für die Beschäftigten erstreiten können. Das kann schnell in die zehntausenden Euro gehen, manchmal auch in den Millionen-Bereich." Vor allem im Sozialrecht erlebe man seit dem Umbau der Sozialversicherung vermehrt Anfragen, weil oft zum Nachteil der Versicherten gehandelt werde und sich diese dann hilfesuchend an die AK wenden. "Das sind zwar Erfolge, aber solche, auf die wir gerne verzichten würden."

Unterstützt hat die Arbeiterkammer ihre Mitglieder etwa im Kampf gegen Parkplatzabzocke, unzulässige Kreditbearbeitungsgebühren sowie bei zu hohen Mieten. "Die Fälle werden immer mehr, und vor Gericht gewinnen dann wir", sagte Anderl und nannte das Beispiel von einem schwerkranken Kleinkind, bei dem die Pensionsversicherungsanstalt den Antrag auf Pflegegeld ablehnt, die Arbeiterkammer vor Gericht zog und das Kind nun die Pflegegeldstufe sechs erhält.

In den vergangenen Jahren ist der für die Mitglieder erstrittene Betrag deutlich gestiegen (495 Millionen 2022, 645 Millionen 2023 und 824 Millionen 2024). "Ich hätte gerne, dass wir nicht an der Milliarde kratzen", betonte Anderl. Das gelinge dann, "wenn sich alle Betriebe an die Regeln halten, und es bei Verstößen spürbare Strafen gibt."

Zusammenfassung
  • Die Arbeiterkammer erreichte 2025 für ihre rund vier Millionen Mitglieder 948 Millionen Euro, was einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
  • Obwohl die Zahl der Beratungen um 4,3 Prozent auf 2,3 Millionen zurückging, wurden durch vermehrt große Fälle – etwa bei Insolvenzen wie Signa, KTM und Quester – höhere Geldsummen für Beschäftigte erstritten.
  • Die AK verzeichnet seit Jahren steigende Beträge für ihre Mitglieder (495 Mio. 2022, 645 Mio. 2023, 824 Mio. 2024), sieht die Entwicklung aber kritisch und fordert strengere Regeln und Strafen für Unternehmen bei Verstößen.