APA - Austria Presse Agentur

Anschober: "Babyelefant nicht gekillt"

31. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Am Donnerstag noch für Geschichte erklärt, hauchte Rudolf Anschober dem Babyelefanten am Freitag wieder Leben ein und richtete einen Appell an die Tourismusunternehmen.

"Er (der Babyelefant, Anm.) ist nicht von mir gekillt worden", stellte Gesundheitsminister Rudolf Anschober zu Beginn einer Pressekonferenz am Freitag klar. Corona ist nicht vorbei, die Zahlen - alleine von Donnerstag auf Freitag gab es 175 neue Infektionsfälle - steigen wieder. Noch ist alles überschaubar, die Cluster nachvollziehbar. Dennoch

appelliert die Politik weiter an die Eigenverantwortung der Menschen - und eben auch an den Babyelefanten-Abstand.

Coronatest-Angebot annehmen

Einen Appell richtete Anschober auch an die Tourismusbetriebe. Sie sollen das kostenlose Coronatest-Angebot für Mitarbeiter annehmen. "Ich würde dringend jedem Betrieb raten, das Angebot anzunehmen zur Gratis-Testung", sagte Anschober bei einer Pressekonferenz am Freitag. Dabei zeigte er Verständnis für die Sorgen der Betriebe, was passiert, wenn jemand positiv getestet wird.

Es gehe nicht der ganze Betrieb zugrunde, wenn ein Test positiv ist. "Es wird nicht der ganze Betrieb geschlossen. Wir haben ganz gute Mechanismen", sagte Anschober. "Es wäre wichtig, dass sich eine Kultur für das Testen entwickelt und man Tests als Werbung verwendet", appellierte Anschober an die Tourismusbetriebe, "das Angebot anzunehmen und groß einzusteigen". "Es tut nicht weh und es ist ein großartiges Angebot."

"Verpflichtung können wir nicht aussprechen"

In Österreich könnten sich derzeit alle Tourismusmitarbeiter mit Gästekontakt freiwillig auf Covid-19 testen lassen. Bis zu 65.000 PCR-Abstriche sollten damit wöchentlich möglich werden, erreicht wurde diese Zahl bisher aber nicht annähernd, weil die Betriebe Angst vor Schließungen haben.

"Eine Verpflichtung können wir nicht aussprechen", sagte Anschober dazu. Das sei gesetzlich nicht möglich und so setzt der Minister weiter auf die Freiwilligkeit. In anderen Bereichen habe keiner jemals einen Test verweigert. "Die Leute wollen es. Ich kenne niemanden, der einen Test abgelehnt hat", so der Minister.

Labors in Grenznähe

Den Vorschlag des Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker kostenlose Coronatests und damit für Coronatest-Labors in Grenznähe begrüßt Anschober. Er versprach bei einer Pressekonferenz auch weitere Verbesserungen im Bereich des Grenzmanagements. Hier gab es Kritik daran, dass die Qualität der von Einreisenden mitgebrachten Tests nicht gewährleistet sei und die auszufüllenden Quarantäne-Erklärungen teils völlig unleserlich seien.

"Nur weil es der Peter vorgeschlagen hat, heißt es nicht, dass es nicht sinnvoll ist", meinte Anschober am Freitag schmunzelnd dazu. Er arbeite gut mit dem Wiener Stadtrat zusammen und würde Testmöglichkeiten, "vielleicht nicht direkt an der Grenze, aber in Grenznähe begrüßen". Das sei grundsätzlich gut, die Frage sei nur, "wie schnell und flächendeckend" man das machen könne.

Informationsoffensive für Heimkehrer

Man setze derzeit auf eine Informationsoffensive. Die Reiseheimkehrer würden darüber informiert, wo sich ein Labor befindet und wie sie sich testen lassen können. "Die Informationen für die Betroffenen müssen da sein", so Anschober.

Was die unleserlichen Formulare betrifft, sei man mit dem Innenministerium in Kontakt. "Da kann es Einzelfälle geben, wo es Zuordnungsschwierigkeiten gibt". Aber auch bei einer Digitalisierung der Formulare könne es zu falschen Einträgen kommen, sagte der Minister. "Wir suchen nach Verbesserungsoptionen." Mit dem Außenministerium diskutiere man wiederum die Qualität von Tests aus dem Ausland und wie man diese prüfen können. Hier sieht Anschober die WHO gefordert. Man werde die Weltgesundheitsorganisation diesbezüglich kontaktieren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe