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Anschlag in Kolumbien gefährdet Petros Friedenspläne

03. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

In Kolumbien reißt die Kette der Gewalt auch unter der Regierung des ersten Präsidenten aus dem linken Spektrum nicht ab. Acht Polizisten wurden am Freitag (Ortszeit) in ihrem Fahrzeug durch eine Explosion getötet. Er verurteile in aller Schärfe den Angriff in San Luis in der Provinz Huila, twitterte Präsident Gustavo Petro. Das ehemaliges Mitglied der Guerillabewegung M-19 hatte bei seiner Antrittsrede Anfang August angekündigt, das gespaltene Land zu einen.

Die Terrorakte würden den von ihm versprochenen "totalen Frieden" sabotieren, beklagte Petro und sprach den Angehörigen der getöteten Polizisten sein Beileid aus. Die Attacke habe sich in einer ländlichen Gegend im Departamento Huila im Westen des Landes ereignet, ließ Petro weiters über Twitter wissen. Eine Polizeisprecherin in der Region sagte, es habe sich um einen Anschlag auf eine Polizeipatrouille gehandelt. Vermutlich sei die Attacke zunächst mit Sprengstoff verübt worden, dann hätten die Angreifer mit Schusswaffen das Feuer eröffnet.

Es handelt sich um den tödlichsten Angriff gegen die Polizei seit Petros Amtsantritt Anfang August. Angaben zu mutmaßlichen Tätern machten die Behörden zunächst nicht. Sicherheitskreise wiesen aber darauf hin, dass Dissidenten der Rebellengruppe FARC in der Region des Anschlags aktiv seien. Die linksgerichtete FARC hat jahrelang die kolumbianische Regierung bekämpft, 2016 schloss sie ein Friedensabkommen mit dem Staat und gab die Waffen ab. 2019 kündigte allerdings eine kleine Fraktion der FARC die Wiederbewaffnung an, weil das Abkommen mit der Regierung gebrochen worden sein soll.

In Kolumbien sind bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen, linken Rebellengruppen, rechten Milizen und Drogenkartellen zwischen 1985 und 2018 mindestens 450.000 Menschen getötet worden. Der erste linksgerichtete Staatschef in der Geschichte des südamerikanischen Landes, früher selbst Guerilla-Kämpfer, strebt auch einen Waffenstillstand mit Splittergruppen der früheren Guerillagruppe FARC sowie mit bewaffneten Drogenbanden an.

Der Präsident möchte auch die unterbrochenen Friedensverhandlungen mit der Guerillagruppe ELN wieder aufnehmen. Die Gespräche waren nach einem von der ELN verübten Autobomben-Anschlag auf eine Polizei-Akademie in Bogotá mit mehr als 20 Toten im Jahr 2019 unterbrochen worden.

Quelle: Agenturen