Akademikerball: Demos und Verkehrsbehinderungen erwartet
FPÖ-Obmann Herbert Kickl lässt das Tanzevent wie üblich aus. Von SPÖ und Grünen kam im Vorfeld massive Kritik an der Teilnahme des Nationalratspräsidenten, der freilich den Ball schon seit Jahren regelmäßig beehrt. SPÖ-Erinnerungskultur-Sprecherin Sabine Schatz sagte am Vortag, wer als Nationalratspräsident eine überparteiliche und verbindende Rolle innehat, dürfe solchen Veranstaltungen "nicht durch seine Anwesenheit Legitimität verleihen". Wie auch die Grünen verwies sie darauf, dass der Akademikerball unter Kritikern als internationale Vernetzungsplattform für die extreme Rechte gilt.
Wie mittlerweile jedes Jahr wird auch heuer rund um den Veranstaltungsort ein Platzverbot verhängt, um das Zusammentreffen von Demonstranten und Ballbesuchern zu unterbinden. Dieses tritt ab 17 Uhr in Kraft und betrifft im Wesentlichen nur den Bereich des Heldenplatzes.
Demonstriert wird ab dem späteren Nachmittag. Eine Kundgebung organisiert wie schon seit Jahren die Plattform "Offensive gegen Rechts", der Protestzug startet vor der Hauptuniversität und zieht bis zum Stephansplatz. Die zweite - "Budenbummel" genannte - Kundgebung soll sich in etwa zeitgleich vom Urban-Loritz-Platz vorbei an einigen "Buden" von Burschenschaften bis zum Schmerlingplatz bewegen.
Proteste seit vielen Jahren
Der Wiener Akademikerball findet seit 2013 unter seinem aktuellen Namen statt. Er gilt als offizieller Nachfolger des WKR-Balls, der davor seit 1952 von Farben tragenden und mehrheitlich schlagenden Hochschulkorporationen ausgerichtet worden war. Mehrheitlich von linker Seite dagegen demonstriert wird schon seit vielen Jahren, wobei es vor allem vor dem Veranstalterwechsel teilweise zu heftigen Protesten gekommen war. In den letzten Jahren wurde es hingegen spürbar ruhiger rund um den Veranstaltungsort, im Vorjahr waren die Proteste laut Exekutive "ohne nennenswerte Zwischenfälle" verlaufen.
In der Hofburg selbst gaben sich die Teilnehmenden zumeist betont gelassen und verurteilten die "gewalttätigen Ausschreitungen" regelmäßig. Der Ballorganisator und FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler betonte auch im Vorfeld des diesjährigen Balles, man habe nichts gegen Demonstrationen, sofern sie gewaltfrei verlaufen.
Zusammenfassung
- Am Freitag findet in der Wiener Hofburg der von der FPÖ ausgerichtete Akademikerball statt, bei dem unter anderem Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp erwartet werden.
- Gegen das Event wurden zwei Protestzüge angemeldet, hunderte Polizisten sind im Einsatz und ab dem Nachmittag wird in der Innenstadt mit Verkehrsbehinderungen gerechnet.
- Ab 17 Uhr gilt rund um den Heldenplatz ein Platzverbot, um das Zusammentreffen von Demonstrierenden und Ballgästen zu verhindern.
