APA - Austria Presse Agentur

ZOOM Kindermuseum mit "startbereiten" Coronaplänen im Herbst

21. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Statt auf große Neuerungen setzt das im Wiener Museumsquartier beheimatete ZOOM Kindermuseum im Herbst auf Kontinuität. Die seit dem Frühjahr laufende Ausstellung "Alles Holz" wird bis Mitte Februar 2022 verlängert. Nicht klar ist, wie lange man angesichts steigender Coronazahlen noch Schulklassen empfangen wird können. Erprobte Alternativangebote für diese Zielgruppe seien aber jederzeit "startbereit", versicherte Direktorin Andrea Zsutty am Dienstag.

Immerhin sieht der Plan der Bundesregierung vor, dass ab einer Inzidenz von 200 Schulveranstaltungen und damit auch klassenweise Museumsbesuche nicht mehr stattfinden können. Sollte es so kommen, "würde mir das sehr weh tun - ganz klar", räumte Zsutty in einer Pressekonferenz ein. Denn immerhin komme rund die Hälfte des jungen ZOOM-Publikums im Rahmen von Kindergärten- oder Schulausflügen.

Die Museumschefin betonte bei der Gelegenheit, dass Museen dank "hoher Sicherheitsstandards" ein "Safe Space" seien. Aber "es wird Einschränkungen geben", zeigte sie sich realistisch. Deswegen dürfe man aber nicht verzweifeln und in Starre verfallen: "Wir werden sofort in Alternativen denken." Zsutty will etwa - sollte es soweit sein - wieder jene Schienen aktivieren, die schon während vergangener virusbedingter Schließphasen funktioniert hätten. Gemeint sind neben Onlineformate etwa das "Zustellservice" für Schulen. "Wir packen unsere Angebote in Kisten und stellen sie den Schulen vor die Türe." Nichtsdestotrotz hoffe sie auf einen Herbst mit möglichst vielen Besucherinnen und Besuchern im Haus.

Diese bekommen weiterhin die "Alles Holz"-Ausstellung zu sehen. Dort können Kids einerseits im Rahmen eines Parcours alles über Bäume und ihre vielfältige Nutzung erfahren und sich andererseits in einer eigenen Werkstatt im Holzspalten, Sägen und Feilen üben und einen Kreisel bauen. Rund 12.000 Gäste hätten die Schau bereits gesehen, freute sich Zsutty. Besonders die begehbare 30 Meter lange Holzskulptur - eine künstlerisch gestaltete riesige Röhre - komme wahnsinnig gut an.

Die Entscheidung, die Schau um ein halbes Jahr zu verlängern, habe nicht vorrangig mit den Corona-Schließungen zu tun. Man beobachte allgemein, dass bei den Einzelausstellungen zuletzt die Nachfrage höher als die Kapazität gewesen sei. "Die Tendenz wird also generell in Richtung einjährige Ausstellungen gehen", erklärte Zsutty der APA.

Das Material Holz in Verbindung mit Ton steht auch im ZOOM Atelier im Fokus. Unter dem Motto "Tongeschichten im Möbelwald" werden dort Kreativworkshops für Kinder zwischen drei und zwölf Jahren angeboten.

Auf dem neuesten architektonischen und technischen Stand präsentiert sich das Trickfilmstudio, das nach 20 Jahren im Sommer einer Generalüberholung unterzogen wurde. Dort können Sechs- bis 14-Jährige auf Basis eigener Zeichnungen selbst animierte Geschichten erzählen. Nicht nur mehr Tageslicht, sondern vor allem Touchscreentechnologie, höhenverstellbare Arbeitstische und mehr Möglichkeiten bei der Vertonung sollen den Spaßfaktor steigern. Laut Zsutty sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten, seit Gründung des Studios, rund 10.000 Trickfilme entstanden. Da sie zeigten, welche Themen den Nachwuchs zur jeweiligen Zeit gerade beschäftigten, seien diese auch wichtige Zeitdokumente - wie die in der Pressekonferenz beispielhaft gezeigte aktuelle "Hotdog Story" mit einem Maske tragenden Dinosaurier zweifelsfrei belegte.

(S E R V I C E - https://www.kindermuseum.at/)

Quelle: Agenturen