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Uraufführung von Gerd Kührs "Corona-Meditation" im Netz

28. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Die Uraufführung von Gerd Kührs neuestem Werk wurde nicht aufgrund der Coronakrise ins Internet verlegt, sondern speziell für dieses Medium kreiert: "Corona-Meditation" nennt sich die Komposition, bei der sich im zweiten Teil beliebig viele Pianisten zuschalten und mitspielen können. Das Projekt wird mit der styriarte verwirklicht und soll am Donnerstag um 20.20 Uhr übers Netz gehen.

Die Uraufführung von Gerd Kührs neuestem Werk wurde nicht aufgrund der Coronakrise ins Internet verlegt, sondern speziell für dieses Medium kreiert: "Corona-Meditation" nennt sich die Komposition, bei der sich im zweiten Teil beliebig viele Pianisten zuschalten und mitspielen können. Das Projekt wird mit der styriarte verwirklicht und soll am Donnerstag um 20.20 Uhr übers Netz gehen.

Die Zeit der Absagen sei jetzt vorbei und "die Zeit der Ansagen in der Kultur sollte wieder kommen. Denn wir brauchen die Botschaft der Kunst, dass sie sich nicht unterkriegen und einsperren lässt", betonte styriarte-Intendant Mathis Huber.

Das Projekt wird vom styriarte-Studio in Graz aus ins Internet gehen. Die junge Pianistin Olga Chepovetsky wird das Werk im Studio spielen, ihr Kollege Philipp Scheucher schaltet sich aus seiner Wohnung in Hannover zu. Anschließend wird Huber mit Kühr und Chepovetsky ein Gespräch führen, das dem Publikum Gedanken über das Werk vermitteln soll.

Dann wird es spektakulär: In einem zweiten Durchgang können sich Pianistinnen und Pianisten aus der ganzen Welt via Zoom zuschalten und das Stück gemeinsam aufführen. Das Ganze wird in ein Livegesamtbild gefasst, damit die Zuschauer alle Mitwirkenden sehen können. Gerd Kühr hat das Stück schon mit allen zu erwartenden Unschärfen, den Verschiebungen in Tonhöhen, Klang und Tempi konzipiert und will damit eine neu Art von "Hauskonzert" hervorbringen.

"Das Stück war plötzlich da und musste sein. Wir erleben eine Zeit der Besinnung, die Gelegenheit zur Meditation bietet. Der ruhige Grundpuls, nicht durch ein Metronom koordiniert, sorgt dafür, dass das Zusammenspiel der prinzipiell unendlich vielen Klaviere kaum präzise ausführbar wird. Diese Unschärfe, gepaart mit der langsamen Auffüllung des Tonraums, sorgt für einen Ausdehnungseffekt, analog der Ausdehnung des Kosmos. Das Stück ruht in sich und erweitert sich zugleich", beschrieb es Kühr.

Als "Klavieraußenstellen" haben bereits Christopher Hinterhuber, Markus Schirmer, das GrauSchumacher Piano Duo, Clara Frühstück, Janna Polyzoides, Christoph Traxler, Florian Groß, Aleksandra Mikulska, Markus Koropp und Clara Murnig zugesagt.

Wer sich die Uraufführung anschauen möchte, kann sich um neun Euro im Kartenbüro der styriarte ein Ticket kaufen und erhält dann per Mail einen Zugangslink zur Übertragung.

Quelle: Agenturen