APA - Austria Presse Agentur

Uffizien befassen sich mit schwarzer Kultur in Renaissance

03. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Die Uffizien befassen sich mit der schwarzen Kultur in der Renaissance. Am Samstag startet das Florentiner Museum auf Tik Tok das Projekt "Black Presence". Dabei zeigt das Museum einige seiner Werke mit afrikanischen Protagonisten aus der Geschichte, der Bibel und der Mythologie.

Kommentiert werden die Bilder von Justin Randolph Thompson, Gründer des der afrikanischen Kultur gewidmeten Festivals "Black History Month Florence", das jährlich in Florenz stattfindet. "Jeden Samstag wird ein Video gezeigt, mit dem wir die Geschichte, aber auch unsere Gegenwart besser begreifen wollen", sagte Uffizien-Direktor Eike Schmidt.

Mehrere Bilder aus der Renaissance und dem Barock stellen afrikanische Figuren in den Vordergrund, darunter Könige aus Äthiopien, die im 16. Jahrhundert vom Künstler Cristofano dell'Altissimo (1525-1605) im Auftrag des Florentiner Herrschers Cosimo de' Medici entworfen wurden. Dabei handelt es sich um eine Serie über prestigereiche Persönlichkeiten seiner Zeit.

Zu den neun Bildern, die die Uffizien zeigen, zählt Albrecht Dürers "Anbetung der Könige" mit einem der drei Könige afrikanischer Herkunft. Im Vordergrund steht auch das Werk von Piero di Cosimo (1462-1522) "Perseus befreit Andromeda" mit einem Musiker mit dunkler Haut und Locken, sowie Werke des Flamen Justus Suttermans (1597-1681).

"Diese neun Werke mit afrikanischen Protagonisten bezeugen den fruchtbaren Austausch, den es in der Renaissance zwischen Europa und Afrika gab. Das ist besonders anlässlich der derzeitigen Debatte zum Thema Rassismus in der heutigen Politik interessant", betonte Schmidt.

Das Projekt "Black Presence" startet symbolisch am Samstag den 4. Juli, dem Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA. Auf Facebook wird am Samstag um 21 Uhr in der "Galleria delle Statue e delle Pitture" der Uffizien der Musiker aus Burkina Faso Gabin Dabire mit seinen traditionellen afrikanischen Instrumenten vor dem Werk "Perseo befreit Andromeda" spielen. Auf Facebook werden dazu acht Videos gepostet, in dem der Historiker Thompson im Detail jedes der neun Werke beschreibt.

"Die Uffizien sind kein Elfenbeinturm. Die Sammlungen beinhalten Themen, die auch zeitgenössisch sind. Mit der Kunst kann das Museum die große Geschichte der Vergangenheit beleuchten und den Werken eine zeitgenössische Dimension verleihen. Meisterwerke sprechen eine universelle Sprache, mit der man nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft besser begreifen kann, die wir aufbauen wollen", so Schmidt.

Quelle: Agenturen