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Tsitsi Dangarembga als Ehrengast bei "Literatur im Nebel"

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Die simbabwische Autorin Tsitsi Dangarembga ist Ehrengast der 17. Ausgabe des Festivals "Literatur im Nebel", das am 11. und 12. Oktober im niederösterreichischen Heidenreichstein stattfindet. Die Bestsellerautorin, Filmemacherin und Aktivistin gilt als eine der radikalsten weiblichen Stimmen des afrikanischen Kontinents. Sie wurde u.a. 2021 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Für Frieden, Demokratie und Frauenrechte kämpft sie seit 30 Jahren - nicht nur in Simbabwe, würdigt das Festival auf seiner Homepage die Autorin. "Streitbar als Bürgerin, einfühlsam als Filmemacherin und Schriftstellerin, die den Fokus ihrer Arbeit auf die Frauen richtet."

Dangarembga wurde 1959 in Mutoko, im heutigen Nordosten Simbabwes, geboren. 1961 zog die Familie nach England, um vier Jahre später wieder in das damalige Rhodesien zurückzukehren. Nach ihrer Matura im heutigen Harare studierte Dangarembga in Cambridge, um drei Jahre später erneut in Simbabwe, dem 1980 seine offizielle Unabhängigkeit verliehen wurde, Fuß zu fassen. In Harare studierte sie Psychologie, schrieb ihre ersten Theaterstücke und Kurzgeschichten. 1984 beendete sie ihren ersten Roman, "Nervous Conditions" (deutsch "Aufbrechen"), der von der BBC in die Liste der 100 wichtigsten Bücher, die die Welt geprägt haben, aufgenommen wurde.

Im Juli 2020 war Dangarembga in Harare auf die Straße gegangen, um für eine Reform korrupter Institutionen in dem Land einzutreten. Dabei ging es um Themen, für die sich die mit einem Deutschen Verheiratete seit Jahrzehnten in Büchern und Filmen einsetzt: Diskriminierung, Menschenrechte, Verfolgung und Korruption. Sie wurde verhaftet, angeklagt und 2022 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 64-Jährigen war öffentlicher Aufruf zur Gewalt, Friedensbruch und Bigotterie vorgeworfen worden. Der Oberste Gerichtshof sprach sie in zweiter Instanz frei.

"Wenn sich nicht bald etwas ändert, wird das Leid noch schlimmer sein als in der Kolonialzeit", wird Dangarembga in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" (Samstagausgabe) zitiert. Trotzdem sei sie insgesamt für Afrika optimistisch: "Ich glaube, dass bürgerliche Freiheiten im Entstehen begriffen sind." Auf die Frage, wie man der Kolonialgeschichte begegnen soll, antworte sie dem Blatt: Man könne keinen einfachen Übergang erwarten, "wenn Milliarden von Menschen unter den Folgen der Gewalt und Ressourcenaneignung leben, die der globale Norden 500 Jahre lang gegen den Rest der Welt verübt hat". Nötig sei "ein Eingeständnis von Unrecht, auch im historischen Maßstab, und der aufrichtige Wunsch, das Unrecht in der Gegenwart wiedergutzumachen, dem entsprechende Maßnahmen folgen."

Sie wolle mit einem feministischen Blick des "globalen Südens" das Bild Afrikas im Westen zunehmend verändern, sagte Dangarembga 2023 bei einem Gespräch im Rahmen des Journalismusfestes Innsbruck. Das Bild ihrer Heimat Simbabwe und des Kontinents insgesamt sei im "Westen" nämlich nach wie vor von "kolonialen Erzählungen" und dem Einfluss des Patriarchats geprägt.

(S E R V I C E - https://literaturimnebel.at)

ribbon Zusammenfassung
  • Die simbabwische Autorin Tsitsi Dangarembga ist Ehrengast der 17. Ausgabe des Festivals 'Literatur im Nebel', das am 11. und 12. Oktober in Heidenreichstein stattfindet.
  • Für ihren langjährigen Einsatz für Frieden, Demokratie und Frauenrechte wurde sie 2021 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
  • Nach ihrer Verhaftung im Jahr 2020 wegen öffentlichen Aufrufs zur Gewalt wurde Dangarembga 2022 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, jedoch später vom Obersten Gerichtshof freigesprochen.