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Tim Bendzko setzt auf Inspiration statt auf Ratgeber

Heute, 04:00 · Lesedauer 3 min

Tim Bendzko singt auf seinem kürzlich erschienenen Album "Alles, nur nicht zurück" unter anderem über Mut zur Veränderung und private Neuanfänge. Die Texte mögen viele ansprechen, sie seien aber keine Ratgeber, wie man sein Leben zu leben habe: "Ich würde mir das nie anmaßen", versichert der 40-Jährige im APA-Interview. Er könne nur zeigen, wie er mit seinen "Dingen" umzugehen versucht - "das kann Denkanstoß oder Inspiration sein". Am 23. Mai gastiert der Deutsche in Wien.

"Im besten Fall erkennt jemand (beim Hören der Lieder, Anm.): Oh, ich bin nicht allein mit meinen Themen! Das ist viel mehr wert als irgendein superschlauer Ratgeber", ist Bendzko überzeugt.

In einem der neuen Lieder heißt es: "Was wäre das Licht ohne die Dunkelheit." Dazu der Sänger: "Ich weiß, dass alles endet, ob man sich nun in einer positiven oder dunklen Phase befindet. Gerade in dunklen Phasen beruhigt mich dieses Wissen. Das Einzige, was man braucht, ist eine Perspektive. Wohin will ich gehen? Ich muss nicht wissen, wie ich da hinkomme, wie es dort im Detail aussieht, aber ich brauche ein Licht am Ende des Tunnels, zu dem ich mich irgendwie bewegen kann. Das hilft mir, durch nicht so guten Phasen zu kommen." Dieses Thema ziehe sich durch mehrere Songs auf "Alles, nur nicht zurück."

Seit der Arbeit an dem Vorgängeralbum "April" (2023), für das er bereits fertige Stücke verworfen und neues Material aufgenommen hatte, weil er mit der ursprünglichen Produktion nicht zufrieden war, hat Bendzko "einen anderen Zugang gefunden, Songs zu schreiben", erzählt er. "Was sich nun weniger wie Kreuzworträtsellösen anfühlt und viel mehr ein In-mich-Hineinhören ist. Dadurch geht das Schreiben viel leichter, aber dadurch sind die Texte auch sehr viel ungefilterter. Er glaube, das Ergebnis spreche für sich, "weil alles in sich so stimmig ist".

Die Lieder seien "nicht am Reißbrett" entstanden - "im Sinne von was funktioniert in der Freitags-Playlist". Die Songs "wollten einfach irgendwie raus". Er selbst vermeide jedes Denken an Algorithmen und Formeln oder daran, was sich für Social Media eignet, aber er verurteile auch niemanden, der das tut: "Alles hat seine Berechtigung. Es gibt Leute, die das total toll finden. Für mich ist das aber nicht der richtige Weg." An der KI möchte sich Bendzko nicht "den ganzen Tag aufreiben", betont jedoch, dass künstlich Generiertes "gekennzeichnet werden muss. Ich finde es unglaublich, dass den Leuten Lügen verkauft werden."

Konzert als Reise

Zu seinem kommenden Konzert im Gasometer kommt Bendzko mit voller Bandbesetzung. "Wir versuchen, das Publikum auf eine Reise mitzunehmen, die das neue Album macht. Wir werden das natürlich mit dem einen oder anderen Klassiker unterfüttern. Wir werden versuchen, spannende neue Versionen davon zu spielen", kündigte der Sänger und Songschreiber an. "Man wird ja oft gefragt, ob man die alten Lieder noch bringen mag. Ja, das ist das Spannende an einer Tour: zum einen, etwas Neues vorzustellen und gleichzeitig die Songs, die es schon länger gibt, neu zu entdecken."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - https://timbendzko.de - www.barracudamusic.at )

Zusammenfassung
  • Tim Bendzko präsentiert auf seinem neuen Album „Alles, nur nicht zurück“ Themen wie Mut zur Veränderung und persönliche Neuanfänge, betont aber, dass seine Lieder keine Ratgeber, sondern Inspiration und Denkanstoß sein sollen.
  • Der 40-jährige Sänger hat seit dem Vorgängeralbum „April“ (2023) einen neuen Zugang zum Songwriting gefunden, schreibt nun ungefilterter und orientiert sich weder an Algorithmen noch an Social-Media-Trends.
  • Beim Konzert am 23. Mai in Wien will Bendzko mit kompletter Bandbesetzung das Publikum auf eine Reise durch das neue Album und neu interpretierte Klassiker mitnehmen.