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Theaterschaffende und Autoren beklagen Einnahmeausfälle

25. März 2020 · Lesedauer 3 min

Ein Sektor, in dem die aktuellen Einschränkungen im Zuge der Coronakrise unmittelbar durchschlagen, ist die freie Theaterszene sowie bei den Autoren. Sowohl die IG Freie Theater als auch die IG Autorinnen Autoren als Interessensvertretungen haben deshalb Umfragen unter ihren Mitgliedern initiiert.

Im Theaterbereich hat man dabei die Zeit bis zum Sommer in den Blick genommen - traditionell einkommensstärkste Phase der Künstlerinnen und Künstler. 75 Prozent der Vorstellungen wurde hier bereits abgesagt. Die Zahl der abgesagten Vorstellungen für die Betroffenen bewegten sich zwischen 25 und 85, wobei einzelne Spitzenreiter Ausfälle von bis zu 145 Aufführungen beklagen. Im Mittel lagen die Brutto-Einnahmeausfälle zwischen 175 und 350 Euro pro Vorstellung - mit Spitzenwerten von 800 Euro. Bei der Absage ganzer Produktionen bewegen sich die monatlichen Ausfallsumsätze mehrheitlich zwischen 2.000 und 3.300 Euro. Hinzu kommen wegbrechende Unterrichtstätigkeit oder Untervermietung von Proberäumen und Spielstätten.

Die Hauptbelastung derzeit besteht laut IG Freie Theater in der Unsicherheit, ob und wann es zur Auszahlung vereinbarter Honorare oder zu Hilfs- und Unterstützungszahlungen kommen kann. Man konzediert, dass die Ankündigung von Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne), Förderungen auszuzahlen, auch wenn Produktionen nicht stattfinden können, die Lage erleichtere. Besonders dramatisch sei jedoch die Situation für diejenigen, die gänzlich ohne Förderung operieren müssten.

Grundsätzlich appelliert die IG deshalb, von der Projektförderung hin zu einer Förderung künstlerischer Arbeitsprozesse zu kommen, wobei man eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten im Auge hat. Dies würde ermöglichen, die Beteiligten mit der Aussicht auf Arbeitslosengeld anzustellen.

Ebenfalls für ihre Mitglieder in die Bresche sprang am Mittwoch die IG Autorinnen Autoren. Laut einer aktuellen Erhebung der Interessensvertretung unter 150 Mitgliedern beläuft sich deren Einnahmeausfall durch abgesagte Lesungen, Workshops, Reden oder Moderationen alleine für die Monate März und April auf rund 450.000 Euro. Rechne man diese Zahl auf die gesamte Gruppe der bis 8.000 Autoren Österreichs hoch, spreche man von einem Einkommensentgang im zweistelligen Millionenbereich, so IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss in einer Aussendung. Hierbei seien Tantiemenausfälle für nicht gespielte Aufführungen oder nicht verkaufte Bücher noch gar nicht berücksichtigt.

So liege mithin der entstandene Schaden für Autoren alleine um ein Mehrfaches über den in den Unterstützungsfonds für Kulturschaffende reservierten Mitteln. Gefordert sei deshalb ein Maßnahmenmix, zu dem etwa die Ausbezahlung aller vorgesehen Subventionen, die Aktivierung weiterer Fonds, steuerliche Erleichterungen oder die kostengünstigere sozialrechtliche Absicherung im Allgemeinen Sozialversicherungsrecht und in der Künstlersozialversicherung gehörten.

Quelle: Agenturen