Theater im Bahnhof mit Mut zu Politik, Körper und Emotion
Offiziell gestartet wird die Saison am Samstag, 7. Februar, mit einem erstmals veranstalteten "Hausball", wo erst einmal mit dem eigenen Publikum auf TiB-typische, das heißt auf ebenso humorvolle wie überraschende Weise, gefeiert werden soll. Ans produktionstechnische Eingemachte geht es im Frühjahr mit "183 Abgeordnete - Die letzten Tage von Österreich wie wir es kennen", in dem ausschließlich originale Zitate und statistische Daten aus dem aktuellen Nationalrat als textliches Material für ein von Monika Klengel ersonnenes Stück herhalten sollen. Als Inspiration dient, wie der Untertitel vermuten lässt, Karl Kraus. Premiere ist am 9. Mai.
Während diese Produktion in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Graz erstellt und auch im "Schauraum" des Schauspielhauses beheimatet sein wird, kooperiert das TiB in dem in die Zukunft blickenden Stück "Neue Kolonien" mit dem Volkskundemuseum. Das Stück verspricht eine Auseinandersetzung mit der Frage, wovon und wie sich die Menschheit in Zukunft ernähren können wird und welche grundsätzlichen Änderungen unserer Perspektive dafür notwendig sein werden. Dieses Stück wird ab 18. September im kontrovers konnotierten Trachtensaal des Volkskundemuseums zu sehen sein.
Johanna Hierzegger bereitet mit dem Projekt "Abschied von der Arbeit" für den Dezember des Jahres ein installativ-interaktives Format vor. Hierzegger basiert ihre Arbeit auf Interviews mit Menschen an ihrem letzten Arbeitstag. Los geht es am 24. November im Quartier Theater im Bahnhof. Der Start der vierten Eigenproduktion, "Die Liebe der Volksschullehrerinnen", ist erst für Jänner kommenden Jahres angesetzt. Helmut Köpping basiert das Stück auf Erfahrungen von realen Volksschulpädagogen und baut daraus ein Stück mit drei unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten.
Gastspiele im Ausland
Auch im Export ist das TiB heuer wieder erfolgreich. Das aktuell noch laufende Live-Gaming-Stück "Let's Play, I'm Old and Tired" wird nicht nur beim Grazer Digithalia-Festival und beim Future Lab im Wiener Schuberttheater gezeigt werden, sondern soll, wenn alles klappt, auch nach Birmingham und Berlin reisen. Die TiB-Zusammenarbeit mit dem Planetenparty Prinzip, "Erben!", läuft Ende Februar im Wiener Theater am Werk.
"Montag - die improvisierte Show", in dem drei bis vier Ensemblemitglieder eineinhalb Stunden lang nach Anleitung des Publikums improvisieren, feiert am 11. Mai seinen 30. Geburtstag. Dass die Show "unglaublich gut ausgelastet" (Köpping) ist und nach wie vor allen Beteiligten Spaß macht, spricht für dieses Format.
Geschirrtücher als "Merchandise"
Mit dem Start einer gedachten Theatersolo-Miniserie von Zaid Alsalame, der schon öfter als Gast im TiB zu sehen war, steht im April dieses Jahres auch wieder eine von TiB mitbetreute Gastproduktion im Programm. Eine Art Pilotvorstellung von Salames Solo "1.000 Euro und eine Nacht" gab es bereits im Rahmen des steirischen herbst 2025.
Als kleiner Gag gibt es vom TiB heuer erstmals auch "Merchandise" in Form von verschiedenfärbigen Geschirrhangerln zum Drei-Jahres-Motto zu kaufen. Dies geschehe allerdings noch nicht aus finanzieller Verzweiflung, denn das TiB blieb von direkten Förderkürzungen des Landes Steiermark - zumindest bisher - verschont. Mit einem Jahresbudget von über 700.000 Euro kann das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Theaterensemble seinen Ansprüchen vorerst gerecht werden. Immerhin verzeichnet man auch die höchste Spielfrequenz in der Freien steirischen Theaterszene.
(S E R V I C E - https://www.theater-im-bahnhof.com )
Zusammenfassung
- Das Grazer Theater im Bahnhof startet am 7. Februar mit einem Hausball in die neue Saison und stellt seine Arbeit für die kommenden drei Jahre unter das Motto "Politik-Körper-Emotion".
- Für die Saison sind vier neue Eigenproduktionen geplant, darunter das Stück "183 Abgeordnete" mit Premiere am 9. Mai, "Neue Kolonien" ab 18. September sowie weitere Projekte bis Januar 2027.
- Mit einem Jahresbudget von über 700.000 Euro und der höchsten Spielfrequenz in der Freien steirischen Theaterszene bleibt das TiB auch international erfolgreich, etwa mit Gastspielen in Birmingham und Berlin.
