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Sven Väth kehrt mit "Catharsis" nach 20 Jahren zurück

22. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Es ist sein erstes Soloalbum seit bald 20 Jahren - und eine Art musikalische Biografie. Denn auch der deutsche DJ Sven Väth, der seit einigen Jahren in London lebt, hat in den letzten beiden Coronajahren viel Zeit gehabt. "Ich habe mich intensiv mit den alten Platten und den alten Geschichten beschäftigt, und das hat viel mit mir gemacht", sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Das war auch eine Art Reinigung."

Die Platte heißt passenderweise "Catharsis", was so viel wie Selbstreinigung bedeuten kann. Inspiriert sind die 13 Tracks von Mystik und Ekstase und der Energie, die beim Tanzen entstehen kann. Stampfende Drums und geschmeidige Synthies sind ebenso dabei wie tiefe, dreckige Rhythmen, aber auch beruhigende Töne und exotische Streicher. Eine visuelle Zeitreise unternimmt Väth auch mit dem Video zur Single-Auskopplung "Tanzen", bei der wilde Aufnahmen aus sehr alten Zeiten - etwa aus der Frankfurter Partyszene - zu sehen sind.

Klar ist, dass ohne Sven Väth, der bereits seit mehr als 40 Jahren auflegt, die elektronische Musik in Deutschland etwas anders ausgesehen hätte. In den 1980er-Jahren landete seine Formation OFF mit "Electrica Salsa" einen Hit. Später prägte er mit seinen Frankfurter Clubs "Omen" und "Cocoon" sowie den berühmten Partys auf Ibiza die Feierkultur und zählt bis heute zu den bekanntesten DJs der Welt. Kein Wunder, dass das neue Museum of Modern Electronic Music (Momem) in Frankfurt im April mit einer Ausstellung über Väth öffnet.

"Catharsis" sei ein sehr persönliches Album, erzählt der 57-Jährige. "Da steckt viel drinnen von mir, aus der Vergangenheit, von meinem Reisen." Und: "Ich habe das Album dem Dancefloor gewidmet, denn das Tanzen ist das, was uns zuletzt wohl am meisten gefehlt hat."

Zugleich ist Väth, der für stundenlange DJ-Sets bekannt ist, überzeugt, dass die Feierkultur nach Corona wieder mindestens so exzessiv wird wie zuvor. "Ich glaube, es wird vielleicht sogar noch schlimmer werden", sagt er. Die Sehnsucht der Menschen nach der Tanzfläche sei enorm. "Ich habe kürzlich in Tulum in Mexiko gespielt, im Dschungel, sechs Stunden bis zum Sonnenaufgang. Ich habe die Gesichter gesehen, ich habe in die Augen gesehen. Es hat geblitzt, es hat gefunkt. Da war wieder Magie in der Luft."

Quelle: Agenturen