APA - Austria Presse Agentur

styriarte eröffnete mit Fux-Oper "Amor und Psyche"

26. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Wie ein bunter Blumenstrauß hat die Oper "Psiche" von Johann Joseph Fux zur Eröffnung der styriarte am Freitag gewirkt. In fantasievollen Kostümen wurde eine heitere Geschichte erzählt, die ganz hervorragend von Alfredo Bernardini und dem Zefiro Barockorchester musikalisch umgesetzt wurde. Der Abend unter dem Motto "Amor und Psyche" bot auch noch die Volksmusik-Barock-Gruppe Spafudla und eine eigens für das Festival komponierte festliche Fanfare von Flora Geißelbrecht.

Das Wetter spielte nicht mit, alles andere verlief planmäßig. So konnte nicht im romantischen Ambiente des Schlosses Eggenberg gesungen werden, sondern in der eher nüchternen Helmut List-Halle. Dort warteten aber aufgemalte Meereswellen, auf einem erhöhten Platz stand eine Recamiere, es gab Nachthimmel und Sterne und alles war mit Blumenkränzen geschmückt. Der - wie immer hervorragende - Arnold Schoenberg Chor passte in den bunten Barockkostümen perfekt zu den Blumen (Ausstattung: Lilli Hartmann).

Die Geschichte von Venus, die mit der Liebe ihres Sohnes Amor zur schönen Psyche nicht einverstanden ist und mit Merkur ein paar Ränke schmiedet bis Jupiter dazwischen fährt und die Liebenden vereint, wurde von Fux in stimmungsvolle Musik umgesetzt. 1720 war die Oper ein Namenstagsgeschenk für Kaiserin Elisabeth Christine, der Frau von Karl VI., und wurde nur ein Mal gespielt. Und zwar in einer Mischfassung mit Musik von Antonio Caldara, die zwei Jahre später von Fux zu einer vollständigen Oper ergänzt wurde. In Graz entschied man sich im Großen und Ganzen für die erste Fassung und spielte 90 Minuten ohne Pause.

Adrian Schvarzstein setzte das Werk mit leichter Hand und Humor um, die mythologischen Figuren wirkten sehr menschlich mit ihren Anfeindungen, Rachegelüsten und zarten Gefühlen. Alfredo Bernardini gab der Handlung einen prunkvollen musikalischen Rahmen, und ließ die Musik immer wieder aufblühen. Mit Raffaele Pe stand ein Amor mit kraftvollem Countertenor zur Verfügung, der keineswegs körperlos-schwebend, sondern durchaus sinnlich sang. Als gereizte Venus ließ Carlotta Colombo ihren Unmut mit punktgenauem Sopran freien Lauf, während Monica Piccinini als Psyche romantische Zartheit verströmte. Christopher Ainslie lieh Merkur boshafte Züge, und Giacomo Nanni durfte als Jupiter seine Gunst und seinen wohltönenden Bass verströmen.

(S E R V I C E - "Amor und Psyche" von Johann Joseph Fux. Inszenierung: Adrian Schvarzstein, musikalische Leitung: Alfredo Bernardini. Mit: Schoenberg-Chor, Ensemble Zefiro, Carlotta Colombo (Venere), Monica Piccinini (Psiche), Raffaele Pe (Amore), Christopher Ainslie (Mercurius), Giacomo Nanni, (Giove). Weitere Aufführungen: 26. und 28. Juni, jeweils um 18.00 und um 20.00 Uhr. Bei Schönwetter im Hof von Schloss Eggenberg, sonst in der Helmut-List-Halle.)

Quelle: Agenturen