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Spannung und Kritik vor Verleihung der Golden Globes

In Los Angeles geht am Sonntag (Ortszeit) die 78. Verleihung der Golden Globes über die Bühne - oder besser gesagt eigentlich in den virtuellen Raum. Schließlich läuft dank Corona-Pandemie die heurige Vergabe der nach den Oscars wichtigsten US-Filmpreise weitgehend virtuell ab. An Stars und Favoriten mangelt es dennoch nicht - und auch nicht an Kritik.

Zu den großen Favoriten mit sechs Nominierungen zählt die Filmbiografie "Mank" von Starregisseur David Fincher. Dieser und sein Hauptdarsteller Gary Oldman porträtieren in "Mank" den Autor Herman J. Mankiewicz, der mit Orson Welles einst den Klassiker "Citizen Kane" schrieb. Auf ebenfalls sechs Nominierungen kommt die Serie "The Crown" über die britische Monarchie. Schließlich werden neben 14 Filmtrophäen auch elf Preise in Fernsehkategorien vergeben. Auch der Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7", das Familiendrama "The Father" und das Road-Movie "Nomadland" haben mehrere Gewinnchancen.

Viola Davis ("Ma Rainey"s Black Bottom"), "Frances McDormand ("Nomadland") und Carey Mulligan ("Promising Young Woman") gelten als Topkandidatinnen für die Trophäe als beste Drama-Darstellerin. Bei den Nebendarstellerinnen hingegen richten sich die Augen primär auf die erst zwölfjährige Deutsche Helena Zengel, die mit "Systemsprenger" den Durchbruch schaffte und nun für ihren Part im Western "Neues aus der Welt" an der Seite von Tom Hanks nominiert ist - wobei sie sich unter anderen mit Routiniers wie Glenn Close ("Hillbilly Elegy"), Olivia Colman ("The Father") oder Jodie Foster ("The Mauritanian") matchen muss.

Bei den Herren könnte der 83-jährige Anthony Hopkins ("The Father") bei der achten Globe-Nominierung seiner Karriere endlich auch eine Trophäe gewinnen. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen hingegen hat gleich drei Gewinnchancen, als Produzent und Hauptdarsteller in der Satire "Borat Subsequent Moviefilm" und für seine Nebenrolle in dem Drama "The Trial of the Chicago 7". Der im vorigen August an Krebs gestorbene "Black Panther"-Star Chadwick Boseman wiederum ist posthum für seine letzte Rolle als Jazz-Trompeter in dem Musikfilm "Ma Rainey's Black Bottom" nominiert.

Dennoch wurde auch heuer wieder im Vorfeld der Verleihung Kritik am Ausrichter, der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), laut. Dieser Auslandspresseverband setzt sich aus weniger als 100 Mitgliedern zusammen, denen wiederholt vorgeworfen wurde, durch entsprechende Aufmerksamkeiten vonseiten der Studios in ihrem Urteil beeinflussbar zu sein. Entsprechend würden Bewegungen in der Gesellschaft wie jene für mehr Diversität in puncto Hautfarben auf der Leinwand, die sexuelle Orientierung oder die Gleichbehandlung von Frauen im Filmgeschäft ignoriert. Dass es etwa die Serie "Emily in Paris" heuer auf die Nominierungsliste schaffte, führte zumindest die "Los Angeles Times" jüngst auf massive Umschmeichlung der HFPA-Mitglieder durch Paramount zurück.

Dessen ungeachtet wird es auch bei der Globes-Gala 2021 nicht an Stars mangeln: Neben Michael Douglas, Catherine Zeta-Jones, Joaquin Phoenix und Renee Zellweger sollen auch Margot Robbie und Kate Hudson am Sonntag beim Austeilen der Trophäen helfen. Ebenso sind bereits Auftritte von Kevin Bacon, Kyra Sedgwick, Sterling K. Brown und Awkwafina fixiert.

Persönlich begegnen werden sich allerdings die wenigsten Prominenten, werden diese doch wie die Nominierten von verschiedensten Standorten zugeschaltet - was selbst für die beiden Moderatorinnen gilt. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderieren die Zeremonie auf getrennten Bühnen: Poehler ist in Beverly Hills vor Ort, Fey schaltet sich live aus dem New Yorker Rainbow Room dazu.

ribbon Zusammenfassung
  • In Los Angeles geht am Sonntag die 78. Verleihung der Golden Globes über die Bühne - oder besser gesagt eigentlich in den virtuellen Raum.
  • Schließlich läuft dank Corona-Pandemie die heurige Vergabe der nach den Oscars wichtigsten US-Filmpreise weitgehend virtuell ab.
  • An Stars und Favoriten mangelt es dennoch nicht - und auch nicht an Kritik.
  • Auf ebenfalls sechs Nominierungen kommt die Serie "The Crown" über die britische Monarchie.