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H.P. Baxxter: "War kurz davor, gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren"

12. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

H.P. Baxxter versteht seine Band Scooter eigentlich als unpolitisch. Nun äußerte er sich aber zu einem umstrittenen Auftritt auf der annektierten Krim und zu Corona-Maßnahmen.

2017 trat die Techno-Kombo Scooter auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim auf. Das sorgte für diplomatische Irritationen, die Ukraine drohte ein Verfahren und acht Jahre Haft gegen H.P. Baxxter an. Daraus geworden sei aber nichts: "Unser Freund Kubicki hat dann noch mal mit dem Botschafter gesprochen und konnte die Wogen glätten", sagt der Sänger nun in einem Interview. Gemeint ist Wolfgang Kubicki von der FDP. 

"Das ist deren Konflikt, nicht unser Bier", hätte sich die Band damals vor dem Auftritt gedacht. "Und wir haben immer schon viel in Osteuropa gespielt. (...) Wir hätten genauso in der Ukraine gespielt", sagt Baxxter alias Hans Peter Geerdes im ausführlichen interview mit dem "Tagesspiegel".

"Für mich ist Freiheit das wichtigste"

Er hätte sich damals aber über "die Doppelmoral geärgert" - schließlich hätten dort auch andere DJs aus dem Westen gespielt und der Hauptsponsor sei ein deutsches Unternehmen gewesen. "Aber Scooter waren mal wieder die Bösen". Ihn erinnere das an die deutsche Fußballnationalmannschaft, die sich vor dem Turnier "nur über ihre Binde Gedanken machen" und dann völlig verwirrt seien und verlieren, wie er ausführt.

Eines ist dem Sänger immer noch wichtig: "Unsere Musik und Texte sind unpolitisch". Dennoch habe er sich einmal fast für etwas eingesetzt: "Ich war kurz davor, gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, aber da hat mein Manager mich zurückgehalten". Das sei nicht am Anfang der Pandemie gewesen - erst als andere Länder lockerer als Deutschland gewesen seien. "Für mich ist Freiheit das wichtigste, das höchste Gut", sagt Baxxter, über den bald die Dokumentation "FCK 2020" in die Kinos kommt. 

Quelle: Redaktion / red