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Salzburger Museum der Moderne mit weiblichen Positionen

12. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Das Rupertinum als erster Standort des Museums der Moderne Salzburg feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Das Jubiläum ist auch Anlass, um die Salzburger zu bitten, ihre mit dem Museum verbundenen Geschichten zu erzählen. Sie werden Teil einer Schau, die ab 24. Juni gezeigt wird - und die als eine von zwölf für dieses Jahr geplanten Ausstellungen einen Schwerpunkt auf weibliche künstlerische Positionen legen soll, informierte Museumsdirektor Harald Krejci am Donnerstag.

Der neue Leiter des Hauses ist seit 1. Jänner im Amt. Und er machte bei der heutigen Programmpräsentation für 2023 klar, dass ihm Partizipation, Digitalisierung und Kooperationen wichtige Anliegen sind. Das Programm, das fast gänzlich noch von Krejcis Vorgänger Thorsten Sadowsky fixiert wurde, startet mit der Salzburgerin Gunda Gruber, die 2022 den Großen Preis des Landes für Bildende Kunst erhalten hat. "Die Geometrie der Nicht-Ordnungen" lautet der Titel ihrer ersten Personale. Das Aufeinandertreffen der österreichischen Fotografin Inge Morath (die heuer ihren 100. Geburtstag feiern würde) mit dem Zeichner Saul Steinberg dokumentiert eine kleine Schau unter dem Titel "Maske und Gesicht".

Einen Einblick in die Positionen chinesischer Künstlerinnen der Gegenwart erlaubt "Stepping Out!" in Kooperation mit dem Kunstmuseum Lillehammer und Kunstforeningen GL Strand. Insgesamt 26 Künstlerinnen, die alle in China leben und arbeiten, zeigen ihre Werke. Mit Marinella Senatore präsentiert das Museum der Moderne zudem eine italienische Gegenwartskünstlerin, die mit unterschiedlichsten Medien – Lichtskulpturen, Fotografien, Filme, Zeichnungen oder Textilien – arbeitet und die in ihrem Werk stark auf Partizipation setzt. In Salzburg soll unter dem Titel "The School of Narrative Dance" mit der Bevölkerung eine Parade mit Tanz, Musik, Gesang und Performance entstehen.

Im Sommer ist eine Schau mit Bildern der deutschen Theaterfotografin Ruth Walz, die regelmäßig für die Salzburger Festspiele tätig ist, geplant. Durch eine Zusammenarbeit mit Tate Modern ist eine Schau mit Werken der 1996 verstorbenen slowakischen Künstlerin Maria Bartuszova entstanden. "Es ist eine wiederentdeckte Künstlerin mit einem sehr umfangreichen Werk", kündigte Krejci an. Es wird die erste Ausstellung sein, die Krejci in das Museumsprogramm einbringt. "Arch of Hysteria – Zwischen Wahnsinn und Ekstase" setzt sich mit Werken unterschiedlicher Künstler mit dem "arc de cercle" – der Rückbeuge – als Motiv in der Kunstgeschichte auseinander. "Die Rückbeuge steht für Tanz und Akrobatik ebenso wie für Ekstase und Hysterie", meinte der Direktor. Eine Ausstellung zu Medienkunst sowie eine Schau mit Fotoarbeiten der ursprünglich aus Russland stammenden Anna Jermolaewa runden das Programm ab.

Er wolle den von seinem Vorgänger eingeleiteten Weg, verstärkt Positionen außerhalb des bekannten kunsthistorischen Kanons zu präsentieren, fortsetzen, sagte Krejci. Ihm gehe es dabei nicht um "einen Perspektivenwechsel, sondern um eine Perspektivenvielfalt". Ein Museum sei ein dynamisches, organisches Gebilde, das sich ständig weiterentwickle. Die Digitalisierung – im Herbst soll ein erster Teil der Sammlung auf der Website zugänglich gemacht werden – ist für ihn ebenso eine Möglichkeit, neue Publikumsschichten zu erreichen, wie die Verstärkung von partizipativen und digitalen Angeboten in der Vermittlungsarbeit. Im vergangenen Jahr hatte das Museum der Moderne rund 82.400 Besucher – gegenüber rund 100.000 Personen in den Jahren vor der Pandemie.

(S E R V I C E: www.museumdermoderne.at)

Quelle: Agenturen