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"Rentnercop" Bill Mockridge verbringt 75. Geburtstag am Set

28. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Der 75. Geburtstag von Bill Mockridge am Donnerstag (28. Juli) wird sich von allen vorigen ziemlich stark unterscheiden - denn der Schauspieler verbringt ihn bei der Arbeit am Set. Das werde schon etwas seltsam sein, räumt er ein: "Seit Jahren wird mit der ganzen Familie in Kanada am Lagerfeuer gefeiert." Jetzt aber nicht, denn er steckt mitten in den Dreharbeiten für eine neue "Rentnercops"-Staffel in Köln.

Die Sache ist es ihm wert: "Mit Mitte 70 eine neue Serien-Hauptrolle zu bekommen, ist natürlich ein großes Geschenk für mich." Mockridge wurde 1947 in Toronto geboren. "Ich träume in Kanada auf Englisch und in Deutschland auf Deutsch", erzählt er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich lebe seit 55 Jahren in Deutschland und fühle mich hier sehr wohl. Ich habe auch sicher viele deutsche Eigenschaften übernommen. Freunde in Kanada sagen, ich hätte sogar einen leichten deutschen Akzent."

Bekannt wurde der weißbärtige Mockridge als Darsteller des Erich Schiller in der ARD-Serie "Lindenstraße". Den Mann an der Seite von Mutter Beimer verkörperte er mehr als zwei Jahrzehnte, bis seine Figur schließlich zu seiner großen Enttäuschung von Drehbuchautor Hans W. Geißendörfer gekillt wurde.

2020 übernahm er in der ARD-Serie "Rentnercops" die Hauptrolle des pensionierten Kommissars Reinhard Bielefelder. Der allein lebende Dackelbesitzer ist ein völlig anderer Typ als er selbst: "Ich bin privat ein ausgesprochener Familienmensch. Umso schöner ist es für mich, wieder in die Haut eines grantigen Einzelgängers zu schlüpfen."

Seit 1983 ist Mockridge mit der italienischen Schauspielerin Margie Kinsky verheiratet - und nach eigenem Bekunden immer noch sehr glücklich. Das Geheimnis ihrer Beziehung? "Sich Zeit nehmen. Kleine Inseln schaffen, wo es nur um uns und unsere Liebe geht." Das Paar hat sechs Söhne, die alle auch in der Unterhaltungsbranche tätig sind. Neuerdings gehören noch zwei kleine Enkeltöchter mit zur Sippe. "Mädchen sind wirklich anders. Es ist großartig und macht tierisch Spaß", schwärmt er.

Mockridge lebt in Bonn, wo er 1982 das Improvisationstheater "Springmaus" gegründet hat. Die derzeitige Lage nach zwei Corona-Jahren ist schwierig. Im vergangenen Jahr hat er ein ganz neues frisches Ensemble aufgebaut und jetzt den Eindruck, dass dadurch auch jüngeres Publikum angezogen wird. "Das gibt mir neue Zuversicht."

Von der zurzeit reichlich deprimierenden Weltlage kann sich auch der scheinbar immer gut gelaunte Kabarettist nicht ganz freimachen. "Wir leben in einer Zeit, die es so noch nie auf der Erde gegeben hat. Unser Leben auf diesem Planeten Erde ist unmittelbar in Gefahr, und jeder muss sich engagieren." Dabei steht für ihn fest: "Um immer wieder Kraft für das tägliche Engagement zu tanken, muss man den Geist und die Seele durch Kunst, Comedy, Musik und Theater beflügeln und inspirieren lassen. Gerade jetzt ist das Theater wichtiger denn je!"

Quelle: Agenturen