APA/APA/dpa-Zentralbild/Sebastian Willnow

Portugal präsentiert sich trotz Buchmessen-Absage in Leipzig

15. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Das Gastland Portugal will trotz der Absage der Leipziger Buchmesse seine Literatur in Deutschland präsentieren. Geplant seien Lesungen mit Autorinnen und Autoren in Leipzig sowie Aktionen in Buchhandlungen, teilten die Programmverantwortlichen am Dienstag mit. Auf der Messe im März hätte es 42 Veranstaltungen geben sollen. Mehr als 50 Titel seien im Rahmen der Gastland-Pläne neu in deutscher Sprache erschienen oder würden demnächst vorgestellt, hieß es.

Portugal war schon voriges Jahr als Buchmesse-Gastland geplant gewesen und wurde in diesem Jahr erneut von der Messe-Absage ereilt. Heuer wiederum war ursprünglich Österreich als Gastland vorgesehen, die Präsentation war aber schon nach der Absage der Messe im Vorjahr auf 2023 verschoben worden; allerdings war für dieses Frühjahr eine "Auftaktveranstaltung" geplant. Diese soll nun in anderer Form stattfinden.

Was die zuletzt ausgesprochene Einladung an die Buchbranche zu einem "Zukunftsgespräch" über die Leipziger Buchmesse betrifft, steht unterdessen noch kein Termin fest, wie eine Sprecherin der Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) am Dienstag mitteilte. Roth und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatten am Vortag erklärt, die Branche - Börsenverein, Leipziger Messe sowie große Verlage - zu einem Gespräch einzuladen. Die erneute Absage der Buchmesse werfe viele Fragen auf, schrieben sie zur Begründung.

Mehrere Verlage hatten überrascht auf die Ankündigung reagiert. Eine Einladung liege nicht vor, erklärten etwa Sprecher von Penguin Random House und Oetinger. Für ein Gespräch sei man aber offen. Die Leipziger Messe hatte die Buchmesse in der vorigen Woche abgesagt und dies damit begründet, dass zu viele Verlage auf eine Teilnahme im März verzichten wollten. Es war die dritte Absage nacheinander seit Beginn der Corona-Pandemie.

Die österreichische IG Autorinnen Autoren verschickte am Dienstag einen offenen Brief an Messedirektor Oliver Zille. "Wir sind alarmiert von Zeitungsmeldungen in Deutschland und Österreich, in denen von einer Gefährdung des Weiterbestands der Leipziger Buchmesse berichtet wird", heißt es darin. In weiterer Folge erklärt die Interessensgemeinschaft der Messe "unsere vorbehaltlose Unterstützung" sowie die Bereitschaft, der Leipziger Buchmesse beizustehen, "wann immer das von uns gewollt und wodurch uns das immer möglich ist". Für die österreichischen Autorinnen und Autoren sowie die österreichischen Verlage sei die Leipziger Buchmesse "unverzichtbar".

Quelle: Agenturen