APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH

Nach Hollywood und zurück: Regisseur Robert Dornhelm wird 75

17. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Er ist einer der prominentesten und meistbeschäftigten österreichischen Regisseure: Robert Dornhelm feiert am 17. Dezember seinen 75. Geburtstag. Ab 30. Dezember zeigt der ORF seine dritte Staffel von "Vienna Blood".

Die Orte von Dornhelms Kindheit liegen in Rumänien und Österreich: Geboren wurde er am 17. Dezember 1947 in Timisoara (Rumänien), als 13-Jähriger emigrierte er mit seinen Eltern wegen des Ceausescu-Regimes nach Wien und besuchte später die Filmakademie. Das Studium brach der Jungfilmer allerdings ab, stattdessen widmete er sich in Eigenregie dem Dokumentarfilm. Schon damals begann die Arbeitsbeziehung mit dem ORF, für den er Künstlerporträts und sozialkritische Dokumentationen anfertigte. Die Bindung sollte bis heute anhalten.

Bereits mit seinem Debütfilm "Kinder der Theaterstraße" landete er schließlich eine Coup: Nicht nur konnte er Grace Kelly als Erzählerin gewinnen, sondern wurde 1977 auch für einen Oscar nominiert. Es folgte der Wohnortwechsel nach Los Angeles und die Arbeit mit vielen Filmgrößen: So versammelte Dornhelm beispielsweise 1988 Sally Kirkland, Keith Carradine, Tom Waits, Bill Pullman, Kathleen York und Jeff Bridges für seinen Western "Cold Feeds" vor der Kamera. Bereits zuvor arbeitete er mit "Amadeus"-Darsteller Tom Hulce für die Komödie "Echo Park" zusammen.

Die Kontakte zur "alten Heimat" hat Dornhelm nie abgebrochen, vielmehr wechselt er die Arbeitsorte regelmäßig. Im Semidokumentarfilm "Requiem für Dominique" versuchte er eine filmische Rekonstruktion der rumänischen Massenunruhen im Dezember 1989. Felix Mitterer spielte den angeblichen Schlächter von Temesvar, den der Film rehabilitiert. US-Kritiker reihten das Plädoyer gegen den Missbrauch von Gewalt unter die "10 besten Filme des Jahres". Einen Emmy gewann er 2001 für "Anne Frank" als beste TV-Kurzserie und auch sein Politikerporträt "Rudy: The Rudy Giuliani Story" über den früheren New Yorker Bürgermeister brachte ihm viel Lob ein.

Härteren Stoff lieferte er mit Dokus über Udo Proksch oder Amanda Knox und 2015 gab es sogar eine späte Premiere: Mit "Gier" legte Dornhelm seine erste "Tatort"-Regie vor, die allerdings auf sehr gemischte Resonanz traf. Bedeutend erfolgreicher gelang hingegen der TV-Zweiteiler "Das Sacher", der das traditionsreiche Wiener Hotel als Dreh- und Angelpunkt der europäischen Geschichte zeigte. In Österreich wie Deutschland lockte er damit ein Millionenpublikum vor die Bildschirme.

Dass er aber nicht nur durch die Kamera den richtigen Blick für bombastische Arrangements hat, bewies er im burgenländischen St. Margarethen: Im Steinbruch inszenierte er 2013 mit "La Boheme" erstmals eine Oper. Seine Filmversion mit dem Traumpaar Anna Netrebko und Rolando Villazon gab es bereits fünf Jahre früher zu bestaunen.

Nachdem er bereits 2006 den opulenten Historien-Zweiteiler "Kronprinz Rudolf" gedreht hatte, folgte 2017-2022 die fünfteilige Miniserie "Maria Theresia" mit Marie-Luise Stockinger, Stefanie Reinsperger und Ursula Strauss als österreichische Kaiserin in unterschiedlichen Lebensaltern.

In das mittelalterliche Europa des 15. Jahrhunderts taucht Robert Dornhelm derzeit bei Dreharbeiten in Budapest ein: Als einer von drei Regisseuren dreht er die zehnstündige, internationale TV-Serie "Rise of the Raven" über das abenteuerliche Leben des Feldherren János Hunyadi, die voraussichtlich 2024 ausgestrahlt wird.

Quelle: Agenturen