Michelangelos "Jüngstes Gericht" wieder zu besichtigen
Bei der außerordentlichen Instandhaltungsmaßnahme wurde der weißliche Schleier, der sich auf dem Gemälde gebildet hat, abgelöst. Diese Patina aus Kalziumlaktat - Milchsäure im menschlichen Schweiß - hatte sich an der kühlen Altar- und einzigen Außenwand der Sixtina durch den fortwährenden Besucherandrang abgesetzt.
Während der gesamten Dauer der Arbeiten blieb die Sixtinische Kapelle für Besucher geöffnet. "Aufgabe der vatikanischen Museen ist es, ihre Türen stets für Gläubige und Besucher offen zu halten. So war es auch bei dieser außergewöhnlichen Instandsetzung eines ihrer wertvollsten Juwelen: des Freskos von Michelangelo, das mit dramatischer Intensität das Ende der Zeiten darstellt", so Direktorin Barbara Jatta in einer Presseaussendung am Freitag.
Seit der letzten Reinigung des weltbekannten "Jüngsten Gerichts" waren gut 30 Jahre vergangen. Die damalige Jahrhundertrestaurierung erstreckte sich über rund 14 Jahre. Michelangelo selbst schuf das immense Werk, das Christus als Weltenrichter auf eisblauem Hintergrund zeigt, von 1536 bis 1541. Tausende Besucher besichtigen täglich die Sixtinische Kapelle.
Zusammenfassung
- Das "Jüngste Gericht" von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle ist nach abgeschlossener Restaurierung wieder in voller Farbpracht zu sehen.
- Seit dem 1. Februar wurde ein weißlicher Schleier aus Kalziumlaktat entfernt, der sich durch den Schweiß der zahlreichen täglichen Besucher über Jahrzehnte abgesetzt hatte.
- Die Sixtinische Kapelle blieb trotz der Restaurierungsarbeiten durchgehend für die täglich Tausenden Besucher geöffnet, die letzte Reinigung des Freskos liegt über 30 Jahre zurück.
