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Madrider Kunstmesse mit österreichischer Rekordbeteiligung

Heute, 04:50 · Lesedauer 4 min

Auf der am Mittwoch beginnenden Madrider Kunstmesse ARCO wird es heuer eine Rekordbeteiligung österreichischer Galerien geben. Gleich sieben der insgesamt 211 teilnehmenden Galerien aus 30 Ländern stammen aus Österreich. Die vom 4. bis 8. März stattfindende ARCO ist Südeuropas wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und feiert in diesem Jahr ihre 45. Auflage.

Die Wiener Galerie Lombardi-Kargl wird heuer Werke der slowakischen Künstlerin Denisa Lehocká und des 2012 verstorbenen österreichischen Malers und Bildhauers Erwin Thorn zeigen. Die Charim Galerie bietet Werke von Eva Beresin, VALIE EXPORT, Ulay und Stephen Willats an. In einem Vorbericht über die ARCO-Kunstmesse legt die große spanische Tageszeitung "ABC" ihren Lesern auch explizit den Besuch des Stands der Wiener Galerie Gregor Podnar nahe, an dem neben den "bewegenden Landschaftsfotografien" des Slowenen Primož Bizjak auch die bunten Skulptur- und Fotoarbeiten des Österreichers Franz Kapfer angeboten werden.

Eine Solo-Präsentation mit Werken des renommierten deutschen Konzept- und Performancekünstlers Christian Jankowski wird hingegen den Mittelpunkt am Stand der Wiener Crone Galerie bilden. Es handelt sich um Werke der Serie "Neue Malerei". Zudem zeigt Crone eine kuratierte Auswahl von Werken bekannter Künstler wie Channa Horwitz, Hanne Darboven, Rosemarie Trockel oder Charlotte Posenenske unter dem Titel "Textures and Strucures".

Natürlich werden heuer auf der Madrider Kunstmesse, die sich als Brücke zwischen dem europäischen und dem lateinamerikanischen Kunstmarkt versteht, auch Österreichs ARCO-Klassiker Thaddadeus Ropac, Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder und Krinzinger wieder teilnehmen.

Die internationale Galerie Thaddadeus Ropac aus Salzburg wird in Madrid Arbeiten renommierter Künstler wie Miquel Barceló, Georg Baselitz, Robert Rauschenberg, Imi Knoebel und natürlich auch österreichischer Kunststars wie Martha Jungwirth und Arnulf Rainer ausstellen - letzterer gehörte zu den einflussreichsten Avantgardisten Österreichs im 20. Jahrhundert. Der Maler verstarb am 18. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren.

Schwarzwälder und Krinzinger

Die Galerie Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder fährt wieder mit internationalen Schwergewichten wie der Deutschen Katharina Grosse, der gefeierten Textilkünstlerin Sheila Hicks, dem französischen Maler Bernard Frize und etablierten österreichischen Künstlergrößen wie Ernst Caramelle und Helmut Federle auf.

Selbstredend fehlt auch die Wiener Galerie Krinzinger nicht zum Madrider Termin. Galerist Thomas Krinzinger bietet an seinem Stand gewöhnlich Arbeiten bekannter Kunststars wie Eva Schlegel, Marina Abramovic, Angela de la Cruz, Jonathan Meese oder des Spaniers Secundino Hernández an.

Seine Mutter, die legendäre österreichische Galeristin Ursula Krinzinger, war von Anfang an bei der ARCO dabei und zusammen mit der Wiener Galeristin Rosemarie Schwarzwälder maßgeblich an der Internationalisierung der Madrider Kunstmesse beteiligt. Aus diesem Grund verlieh ihr die ARCO-Gründerin und Madrider Galeristin Juana de Aizpuru auf der vergangenen Messeausgabe auch den ersten, nach ihr bekannten Galeristen-Preis. "Ursula Krinzinger ist eine legendäre Galeristin. Nicht nur für Wien und Österreich, sondern auch für die internationale Kunstszene. Ich finde es einfach toll, dass ihre Arbeit jetzt gewürdigt wird. Generell wird unser Beitrag für die Kunstwelt sehr unterschätzt", stellte Galeristin Rosemarie Schwarzwälder vergangenes Jahr im Gespräch mit der APA während der ARCO klar.

Themenschwerpunkt "The Future, for now"

Mit ihrem Preis, der heuer an die spanische Galeristin Elvira González vergeben wird, will Aizpuru auf die wichtige Arbeit der Galerien nicht nur für den Kunstmarkt, sondern auch um das Entdecken und Betreuen der Künstler aufmerksam machen. "Es geht doch nicht nur ums Verkaufen. Viele Museen und Institutionen greifen auf unsere Arbeit zurück. Wir bauen Künstler auf, machen auf sie aufmerksam, stellen Kontakte her und leisten durch unsere frei zugänglichen Ausstellungen außerdem einen großen erzieherischen Beitrag für die Öffentlichkeit", erklärte Ursula Krinzinger der APA.

ARCO ist mit 211 Galerien aus über 30 Ländern nicht nur Südeuropas wichtigste Kunstmesse, sondern mit regelmäßig an die 100.000 Besuchern auch eine der besucherstärksten Kunstmessen Europas überhaupt. Auch heuer wird eine ähnliche hohe Besucherzahl erwartet. In der jetzt beginnenden 45. Ausgabe wird es erneut kein Gastland, sondern einen Themenschwerpunkt geben. Dieser steht heuer unter dem Motto "The Future, for now". Die von Magali Arriola und José Luis Blondet kuratierte Sonderausstellung setzt sich mit 17 Galerien und Künstlern wie Candice Lin, Paulina Olowska oder Barbara Bloom während der ARCO mit künstlerischen Visionen der Zukunft auseinander.

(Von Manuel Meyer/APA)

(S E R V I C E - www.ifema.es/arco-madrid )

Zusammenfassung
  • Auf der Madrider Kunstmesse ARCO, die vom 4. bis 8. März stattfindet, nehmen mit sieben von insgesamt 211 Galerien so viele österreichische Galerien teil wie nie zuvor.
  • Die 45. Ausgabe der wichtigsten südeuropäischen Messe für zeitgenössische Kunst erwartet erneut rund 100.000 Besucher und steht unter dem Themenschwerpunkt "The Future, for now".
  • Zu den präsentierten Künstlern zählen unter anderem Martha Jungwirth, VALIE EXPORT und der im Dezember 2025 verstorbene Arnulf Rainer, einer der bedeutendsten Avantgardisten Österreichs.