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Iranischer Regisseur Panahi muss sechs Jahre in Haft

19. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der iranische Filmemacher und Berlinale-Gewinner Jafar Panahi muss eine bereits 2010 verhängte sechsjährige Haftstrafe antreten. Der 62-Jährige werde die Strafe im Teheraner Ewin-Gefängnis verbüßen, teilte die iranische Justizbehörde am Dienstag mit. Frankreich forderte die sofortige Freilassung des Filmemachers, der vor einer guten Woche festgenommen worden war. Panahi hatte der iranischen Regierung im Mai mit anderen Filmemachern Unterdrückung und Zensur vorgeworfen.

Der 62 Jahre alte Panahi zählt zu den bekanntesten iranischen Regisseuren. Er hatte 2015 mit dem heimlich gedrehten Film "Taxi" den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen, konnte aber nicht zur Preisverleihung anreisen. Seit 2010 hängt die Haftstrafe wie ein Damoklesschwert über ihm.

Die iranische Justiz hatte ihn damals wegen "Propaganda gegen das Regime" verurteilt, nachdem er Proteste gegen die Wiederwahl des ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unterstützt hatte. Er wurde zudem dazu verurteilt, 20 Jahre lang keine Filme zu drehen, Drehbücher zu schreiben oder sich in Medien zu äußern.

Panahi ignorierte das Berufsverbot, wollte aber auch sein Land nicht verlassen. Seine Filme erzielten Erfolge auf den internationalen Festivals, auf denen aus Protest gegen die iranische Justiz häufig ein Stuhl mit seinem Namensschild freigehalten wurde. Auch in der Jury des Filmfestivals von Cannes blieb 2010 sein Platz leer. 2018 gewann sein Film "Drei Gesichter" den Preis für das beste Drehbuch in Cannes.

Panahi wurde am 11. Juli in Teheran festgenommen, als er sich bei der Staatsanwaltschaft nach dem wenige Tage zuvor bereits inhaftierten Filmemacher Mohammad Rasoulof erkundigen wollte. Die französische Regierung zeigte sich "besorgt über zahlreiche Festnahmen bekannter Iraner, die sich für Meinungsfreiheit in ihrem Land einsetzen".

Quelle: Agenturen