Howard Carpendale: "Streamingdienste machen alles kaputt"
Auch wenn viele Kollegen sagten, die Geschäfte liefen besser denn je, halte er als ehrlicher Mensch dagegen: "Das stimmt vorn und hinten nicht." Früher habe man Goldene Schallplatten für 250.000 verkaufte Alben bekommen, heute gebe es sie für 75.000. Aber das schaffe fast keiner mehr: "Komponisten, Sänger, Arrangeure - wir sind raus, weg."
Carpendale äußerte sich auch kritisch zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Die Schere zwischen Arm und Reich mache ihn "wahnsinnig". Das Bildungssystem sei vielerorts marode. "Das Land hat seit 40 Jahren geschlafen", sagte er und betonte, dass er sich weiter berufen fühle, etwas Gutes zu tun.
Der gebürtige Südafrikaner, der seit über 60 Jahren auf der Bühne steht, plant in diesem Jahr seine Abschiedstournee durch Deutschland. Vor so einer Tournee sei er nicht aufgeregt. Er wisse auf der Bühne genau, was er zu tun habe, sagte Carpendale. "Ich habe die Gabe, ein Publikum runterzubringen, sodass 10.000 Menschen ganz still sind. Eine Minute später mache ich sie so laut, dass sie noch in der nächsten Stadt zu hören sind."
Zusammenfassung
- Schlagersänger Howard Carpendale (80) warnt vor einem tiefgreifenden Wandel in der Musikbranche und kritisiert, dass Streamingdienste die Musik, wie sie früher war, bedrohen: "Die Streamingdienste machen alles kaputt."
- Früher gab es Goldene Schallplatten für 250.000 verkaufte Alben, heute schon für 75.000, was laut Carpendale kaum noch jemand erreicht, und er widerspricht Kollegen, die behaupten, das Geschäft laufe besser denn je.
- Carpendale äußert sich auch kritisch zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland, spricht von einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich und einem maroden Bildungssystem, und kündigt für dieses Jahr seine Abschiedstournee an.
