Hohe Steuern: Spaniens Galeristen treten in den Streik
Deutschland erhebt sogar nur 7 Prozent, Frankreich 5,5 und die Schweiz 8,1 Prozent. Vergangenen Sommer reduzierte auch Italien die Mehrwertsteuer für Kunstverkäufe auf 5 Prozent. "Somit haben wir spanischen Galeristen einen deutlichen Wettbewerbsnachteil auf dem internationalen Kunstmarkt", erklärte die mallorquinische Galeristin Idoia Fernández, Vorsitzende des spanischen Kunstgalerienverbands, der APA. Auch auf dem heimischen Markt mache sich der höchste Mehrwertsteuersatz für Kunstwerke in Westeuropa negativ bemerkbar, "weil Kunstwerke mit einem Aufschlag von 21 Prozent deutlich teurer sind als in anderen europäischen Ländern", so Fernández.
Der Protest der spanischen Galeristen ist nicht neu. Die Steuer, die 2012 von der damals regierenden konservativen Volkspartei von 8 auf 21 Prozent erhöht wurde, ist seit Langem ein Streitpunkt. Doch seit Jahren schieben sich das Kultur- und das Finanzministerium die Verantwortung über diese Entscheidung gegenseitig zu. Aus diesem Grund gingen Spaniens Galeristen spätestens seit dem vergangenen Jahr zu Protestaktionen über.
Bereits 2025 schalteten die 70 spanischen Galerien an ihren Ständen auf der Internationalen Madrider Kunstmesse ARCO symbolisch ihre Lichter aus. Auch in diesem Jahr sind auf der vom 4. bis 8. März stattfindende ARCO-Kunstmesse, die heuer ihr 45. Jubiläum feiert, wieder Protestaktionen für eine Angleichung der Mehrwertsteuer auf Kunstwerke an andere EU-Steuersätze vorgesehen.
Zusammenfassung
- Rund 200 spanische Galerien für zeitgenössische Kunst streiken vom 1. bis 7. Februar und schließen aus Protest gegen die 21-prozentige Mehrwertsteuer auf Kunstverkäufe.
- Spanien hat mit 21 Prozent den höchsten Mehrwertsteuersatz für Kunst in Westeuropa, während Österreich 13 Prozent, Deutschland 7 Prozent, Frankreich 5,5 Prozent, die Schweiz 8,1 Prozent und Italien 5 Prozent verlangen.
- Die Galeristen sehen dadurch einen deutlichen Wettbewerbsnachteil und planen weitere Protestaktionen, etwa auf der ARCO-Kunstmesse im März 2026.
