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"Hölzerner Reifen": Herrn Glücks Rückkehr ins Burgenland

Heute, 03:01 · Lesedauer 2 min

Wo Israel Alfred Glück einst mit hölzernen Reifen spielte, erlebte er später Verfolgung, Deportation und Vernichtung. Im Herbst 1995 kam er trotzdem noch einmal in den Ort seiner Kindheit im mittelburgenländischen Lackenbach - eine Rückkehr, die die Theaterinitiative Burgenland mit ihrer neuen Produktion "Der hölzerne Reifen - Die späte Heimkehr des Herrn Glück" auf die Bühne bringt. Die Premiere ist am 11. September in der Synagoge Kobersdorf.

Glück überlebte - nicht zuletzt aufgrund seiner künstlerischen Begabung - das Konzentrationslager und fand in Israel eine neue Heimat. Seine autobiografische Erzählung "Kindheit in Lackenbach. Jüdische Geschichte im Burgenland" diente Autor Heinz Janisch als Vorlage für das Stück über Erinnerungskultur, Heimat und Verlust. Inszeniert wird es von Valentina Himmelbauer und Peter Wagner, die damit zeigen wollen, dass persönliche Erinnerungen und historische Brüche untrennbar miteinander verbunden sind.

So fließen Vergangenheit und Gegenwart etwa in Glücks Elternhaus ineinander, das bei seiner Rückkehr längst ein Eissalon ist. Dort trifft der KZ-Überlebende die Eisverkäuferin Maria und eine Gruppe Musiker, mit denen er die Tür zu längst vergangenen Zeiten öffnet: Jiddische Lieder, Kindheitsspiele und Familiengeschichten sind plötzlich wieder präsent, mit ihnen aber auch die Schatten der Vergangenheit, wie die Ausrottung seiner Familie durch die Nazis und der Verlust einer ganzen Kultur.

Die Theaterinitiative entspinnt daraus nach eigenen Aussagen einen Dialog zwischen Generationen - zwischen denen, die erlebt haben, und denen, die heute die Verantwortung für das Bewahren und Weitergeben tragen. Musikalisch begleitet wird das Stück von Ferry Janoska. Neben der Premiere in Kobersdorf sind vorerst acht weitere Vorstellungen in Oberwart, Eisenstadt, Lackenbach und Güssing geplant.

(S E R V I C E - https://thib.at)

Zusammenfassung
  • Israel Alfred Glück, der das Konzentrationslager überlebte, kehrte 1995 in seinen burgenländischen Heimatort Lackenbach zurück, was die Theaterinitiative Burgenland nun mit dem Stück "Der hölzerne Reifen" thematisiert.
  • Die Premiere findet am 11. September in der Synagoge Kobersdorf statt, gefolgt von acht weiteren Vorstellungen in Oberwart, Eisenstadt, Lackenbach und Güssing.
  • Das Stück, basierend auf Glücks autobiografischer Erzählung, setzt sich mit Erinnerungskultur, Heimatverlust und der Auslöschung jüdischer Familien durch die Nazis auseinander.