He/Ro mit neuem Album im Anflug: "Das Fundament ist da!"
Gut gelaunt sind die Brüder, auch wenn mit Albumveröffentlichung und Tourstart anstrengende Tage hinter ihnen liegen. "Da ist so eine Zufriedenheit wie damals als Kind nach dem Freibad", sagt Heiko. "Man ist zwar komplett im Eimer, auch körperlich, aber zufrieden kaputt." Bis sie nach Österreich kommen, können sie noch Kräfte sammeln, fügen die 26-Jährigen lachend hinzu.
Mit "Vier Augen" dürfte endgültig geklärt sein, dass es ein Leben nach den Lochis gibt. "Wir haben von Anfang an gesagt, wir ziehen unser Ding durch, irgendwann, früher oder später, wird es schon irgendwie klappen", so Roman. Heiko: "Das dritte Album sind 100 Prozent wir. Trotzdem fühlt es sich noch lange nicht so an, wo wir hinwollen." Denn He/Ro werden weiter ihren Weg gehen und nicht stehen bleiben, versichern sie.
Dem Erfolg mit der zweiten Karriere begegnen die Lochmanns mit "großer Demut". "Weil wir gelernt haben, dass so was nicht selbstverständlich ist, und dass man sich darauf nicht ausruhen darf, im Gegenteil. Aber wir versuchen auch, das alles auch zu genießen. Das kommt oft zu kurz in so einer schnellen Zeit", betont Roman.
Die Lieder auf "Vier Augen" decken den Zwillingen zufolge verschiedenste Themen ab, die sie bewegen: "Das Leben ist ja nicht nur eindimensional." Die Reaktionen der Fans würden zeigen, dass sich viele mit den Texten aus dem Herzen gesprochen fühlen. Wer bei He/Ro welchen Part beim Songwriting übernimmt, sei egal: "Bringt Heiko ein Thema ein, versuche ich, meine Perspektive beizusteuern. Dann betrachten wir die Welt nicht mit zwei Augen, sondern mit vier", spielt Roman auf den Albumtitel an. "Und wenn der eine mal gar keine Idee hat, dann kommt der andere mit einer um die Ecke. Das ist das Schöne bei Zwillingen."
Heiko hat sich für die Arbeit am aktuellen Material "extra das Gitarrespielen beigebracht", verrät sein Bruder. "Drei Songs sind nur entstanden, weil der das auf einmal konnte." Den beeindruckendsten davon, der sich vom Rest auf "Vier Augen" deutlich unterscheidet, die dramatische Ballade "Trauriges Ende", singt Heiko im Gegensatz zu den flotten Tracks ganz alleine. Nach einem "sehr schmerzhaften Breakup" ist das Lied entstanden, erzählt dieser. Über einen Monat habe er immer wieder Gedankenfetzen niedergeschrieben. Live wird man die Nummer nicht hören, dazu sei sie "zu privat".
Einfach ein bisschen loslassen
Sehr wohl kann man Heiko auf der Bühne aber mit Akustikgitarre erleben, kündigen die Zwillinge an. Die neue Show "macht extrem viel Spaß, weil auch das Publikum mit der Star ist. Jeder, von jung bis alt, soll bei uns das Gefühl haben, man darf sein, wie man ist", sagen sie. "Natürlich bringen wir viel vom neuen Album, aber auch Bekanntes. Manche Songs spielen wir in ganz neuen Versionen. Und es gibt eine B-Stage im Publikum. Ich glaube, man kann bei unseren Konzerten einfach ein bisschen loslassen", sagt Roman.
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - www.heromusic.de )
Zusammenfassung
- Heiko und Roman Lochmann, bekannt als He/Ro, veröffentlichen mit 26 Jahren ihr drittes Album 'Vier Augen' und treten am Samstag in Graz sowie am Sonntag in Wien auf.
- Das Duo betont, dass der Weg nach der Lochis-Zeit nicht immer einfach war, sie aber durch schwierige Phasen am meisten gelernt haben und sich musikalisch weiterentwickeln.
- Für das neue Album hat Heiko das Gitarrespielen gelernt, wodurch drei neue Songs entstanden sind, darunter die Ballade 'Trauriges Ende', die nach einem einmonatigen Verarbeitungsprozess entstand, aber nicht live gespielt wird.
