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"Haus der Vettier" in Pompeji wieder zugänglich

11. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Erstmals seit Jahren ist in der süditalienischen Ausgrabungsstätte Pompeji das "Haus der Vettier" (italienisch: Casa dei Vettii) wieder Besuchern zugänglich. Dabei handelt es sich um das Haus einer wohlhabenden Familie von Kaufleuten im antiken Pompeji, das beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet und bei den Ausgrabungen wieder freigelegt wurde. Das Haus ist relativ klein, jedoch repräsentativ gestaltet und verfügt über bedeutende Wandmalereien.

Die Wiedereröffnung eines der am besten erhaltenen Häuser der archäologischen Stätte Pompejis fand am Dienstag im Beisein des italienischen Kulturministers Gennaro Sangiuliano statt. Die antiken Eigentümer des Hauses waren Aulus Vettius Conviva und Aulus Vettius Restitutus. Ihre Namen fanden sich auf zwei Bronzesiegeln vor einer Geldtruhe im Hauptatrium. Das Haus wurde gleich nach der Ausgrabung im Jahr 1894 überdacht, die Malereien sind dadurch besonders gut erhalten.

Das Haus bildet eine der Hauptattraktionen von Pompeji. Zu den berühmtesten Fresken gehört die Darstellung des Priapus, einer antiken römischen Gottheit, Symbol der männlichen Potenz, mit einem riesigen Phallus, sowie Bilder von Ariadne und Theseus auf der Insel Naxos. Das Haus war Anfang der 2000er-Jahre wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen worden und wurde 2016 nach 12 Jahren zum ersten Mal kurz wiedereröffnet. Danach folgte eine weitere vierjährige Restaurierungsphase, die jetzt abgeschlossen ist.

Die römische Stadt Pompeji am Golf von Neapel wurde im Jahr 79 ausgelöscht, als der Vesuv ausbrach und Asche und Lava die Siedlung unter sich begruben. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt wiederentdeckt. Heute ist Pompeji eine der am besten erhaltenen antiken Stadtruinen und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Pompeji ist nach dem Kolosseum in Rom die meistbesuchte Ausgrabungsstätte Italiens. In den vergangenen Jahren machte die antike Stadt jedoch vor allem durch den drohenden Verfall und spektakuläre Zusammenbrüche von sich reden. Insgesamt wurden seit 2012 für das Großprojekt von der EU und Italien 105 Millionen Euro bereitgestellt, davon 78 Millionen Euro aus dem Regionalentwicklungsfonds der EU.

Quelle: Agenturen