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"Halloween"-Regisseur John Carpenter wird 75

Grusel-Meister John Carpenter hat maskierte Psychopathen, grauenerregende Nebelschwaden und schreiende Opfer auf die Leinwand gebracht. Doch der US-Regisseur und Komponist, der sich auf Twitter als "The Horror Master" ausgibt, kann auch sanfte Töne anschlagen. Am Neujahrstag schickte er seinen Fans "die besten Wünsche", zu Weihnachten postete er auf Twitter "Merry Christmas"-Grüße mit dem Zusatz: "Passt auf euch auf und seid nett". Am 16. Jänner wird er 75 Jahre alt.

Es ist mehr als zehn Jahre her, dass er als Regisseur selbst hinter der Kamera stand. In seiner letzten Spielfilminszenierung "The Ward" (2011) versetzte Carpenter die Zuschauer in eine mörderische geschlossene Anstalt. Doch als Spezialist für bedrohliche Filmmusiken und als Produzent ist der ergraute Filmemacher weiter im Geschäft. Zuletzt lieferte er für "Halloween Ends" (2022) den Soundtrack und mischte als ausführender Produzent mit.

Vor 45 Jahren schrieb er mit dem Schocker "Halloween - Die Nacht des Grauens" (1978) Horrorfilm-Geschichte. Damals ließ er den maskierten Massenmörder Michael Myers in der fiktiven Kleinstadt Haddonfield auf seine Opfer los. Eines davon war die Babysitterin Laurie Strode, gespielt von Jungstar Jamie Lee Curtis in ihrer ersten Filmrolle. Ihre durchdringenden Schreie brachten Curtis den Spitznamen "Scream Queen" ein, die Rolle machte sie auf einen Schlag berühmt.

Dem Horror-Klassiker verdanke sie ihr "gesamtes Leben", sagte die heute 64-jährige Curtis im vorigen Oktober in der Fernsehsendung "CBS Sunday Morning". Die Figur spielte sie mehrere Male, zuletzt in "Halloween Ends", nun unter der Regie von David Gordon Green.

Carpenter hatte nach eigenem Bekunden keine Probleme damit, das Regiezepter abzugeben. "Ich muss nicht mehr Regie führen, das ist okay, wenn ich nie mehr hinter der Kamera stehe. Ich habe eine verdammt gute Karriere gehabt", erzählte er kurz vor seinem 70. Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt sind die jüngeren Jungs und Mädchen dran."

Carpenters "Halloween" wurde Vorbild für Gruselschocker und Slasher-Filme anderer Regisseure. Statt auf blutrünstige Gemetzel setzte er auf eine subtile Handschrift mit eigener Musik, die zusätzlich Angst einjagte. Der Sohn eines Musikprofessors, der im ländlichen Kentucky aufgewachsen war, vertonte fast alle seine Filme selbst. Das hatte auch praktische Gründe, denn meist drehte er mit einem knappen Budget.

Sein Spielfilmdebüt gab er mit "Dark Star - Finsterer Stern" (1971), einer Science-Fiction-Satire, die Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" auf die Schippe nimmt. Auf den Kult-Thriller "Assault - Anschlag bei Nacht" (1976) und "Halloween" folgte 1980 der Horror-Hit "The Fog - Nebel des Grauens". Darin nehmen die Geister einer zu Tode gekommenen Schiffsmannschaft in einem Hafenort Rache.

Carpenter, für Horror bekannt, ließ sich aber nicht nur auf dieses Genre festlegen. "Die Klapperschlange" (1981) war ein düsteres Endzeitspektakel, mit Kurt Russell als Weltenretter. Russell spielte auch in Carpenters Science-Fiction-Thriller "Das Ding aus einer anderen Welt" (1982) wieder die Hauptfigur.

Längst nimmt die Musik für den Künstler eine größere Rolle ein. 2017 war er mit seinem Studioalbum "Anthology: Movie Themes 1974-1998" auf einer mehrwöchigen Konzerttournee quer durch die USA und Kanada unterwegs, begleitet von Sohn Cody Carpenter und seinem Patenkind, Musiker Daniel Davies. Im Februar 2021 brachte Carpenter sein drittes Album "Lost Themes III: Alive After Death" heraus.

Doch für die meisten ist Carpenter der "Horror Master", der mit "Halloween" ein Stück Kult geschaffen hat. 2006 wurde "Halloween" in das renommierte US-Filmarchiv (National Film Registry) in Washington aufgenommen. Seit 1988 wählt die Nationalbibliothek jährlich 25 bedeutsame Filme aus, die in ihrer ursprünglichen Fassung konserviert werden. "Darauf bin ich sehr stolz", betonte Carpenter im dpa-Interview. "Dieser Gruselfilm war der Grundstein für meine Karriere und ich schätze ihn wirklich sehr."

ribbon Zusammenfassung
  • Grusel-Meister John Carpenter hat maskierte Psychopathen, grauenerregende Nebelschwaden und schreiende Opfer auf die Leinwand gebracht.
  • Doch der US-Regisseur und Komponist, der sich auf Twitter als "The Horror Master" ausgibt, kann auch sanfte Töne anschlagen.
  • Carpenters "Halloween" wurde Vorbild für Gruselschocker und Slasher-Filme anderer Regisseure.
  • "Darauf bin ich sehr stolz", betonte Carpenter im dpa-Interview.