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Fotomeister mit Drehscheibe: KHM ehrt Josef Löwy

27. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Gemälde bestehen primär aus den Komponenten Form und Farbe. Entsprechend ambitioniert war die Fotoreproduktionen eines Werks, als letztere noch nicht zur Verfügung stand. Meisterhaft bewältigt hat diese Herausforderung Josef Löwy. Der Hoffotograf erhielt 1888 den Zuschlag, die Werke der kaiserlichen Gemäldesammlung vor dem Umzug aus dem Belvedere ins neue KHM abzulichten. Seine damalige Pionierarbeit wird nun mit der kleinen Schau "Farbe in Schwarz-Weiß" gewürdigt.

Damit zollt das Kunsthistorische Museum jenem Mann Respekt, der einst gut 600 Gemälde aus der hauseigenen Sammlung in bis dato praktisch ungekanntem Detailreichtum ablichtete. Dazu baute Löwy im Gartenparterre des Belvederes eine "photographische Drehscheibe" auf. Diese maß 14 Meter im Durchmesser und konnte die wertvollen Alten Meister je nach Sonneneinstrahlung im besten Licht positionieren. Um die Schattierungen der Gemälde authentisch wiederzugeben, kooperierte der Fotograf mit dem Fotochemiker Josef Maria Eder von der Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren.

Wie gut die beiden Pioniere ihres Fachs hier vorankamen, zeigt sich noch heute am großformatigen Sammlungskatalog, der aus der Zusammenarbeit entstand. Dieser wird im KHM neben Gemälden, Originalabzügen, einem Modell der photographischen Drehscheibe und zahlreichen Glasnegativen gezeigt. Der Ankauf von 8.000 dieser Glasnegative im vergangenen Jahr stellte schließlich den Ausgangspunkt für die jetzige Schau dar, wobei die Aufarbeitung noch in vollem Gange ist.

(S E R V I C E - "Farbe in Schwarz-Weiß" im KHM, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien bis 1. Mai 2023. Dazu erschienen der Katalog "Farbe in Schwarz-Weiß. Josef Löwys photographische Drehscheibe (1888-1891)", hrsg. Sabine Pénot und Hanna Schneck, 104 Seiten. www.khm.at/besuchen/ausstellungen/ansichtssache-26/)

Quelle: Agenturen