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Ex-Burgtheaterdirektor inszeniert Bernhard in Stuttgart

08. Jan. 2026 · Lesedauer 1 min

Der ehemalige Burgtheaterdirektor Martin Kušej inszeniert am Schauspielhaus Stuttgart Thomas Bernhards "Vor dem Ruhestand" (ab 21. Februar) und tritt nach seinem Abgang aus Wien 2024 somit wieder als Theaterregisseur in Erscheinung. Kušej hatte seine Bewerbung um eine Verlängerung damals nach kulturpolitischen Querelen einen Tag vor der Bekanntgabe seines Nachfolgers Stefan Bachmann zurückgezogen. Seit seinem Weggang aus Wien war er den großen Bühnen weitgehend ferngeblieben.

Das Stück rund um das Fortbestehen von faschistischem Denken wurde 1979 in der Regie von Claus Peymann in Stuttgart uraufgeführt. Hintergrund für die Entstehung des Stücks war die in Deutschland stattfindende Diskussion um den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Karl Filbinger: Damals war Peymann wegen dessen humanitären Einsatzes für Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe als Intendant des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart entlassen worden, jedoch verlor der für den Hinauswurf verantwortliche Ministerpräsident ebenfalls sein Amt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er bis ans Kriegsende als NS-Marinerichter tätig gewesen war.

(S E R V I C E - www.schauspiel-stuttgart.de)

Zusammenfassung
  • Martin Kušej, der ehemalige Burgtheaterdirektor, inszeniert ab 21. Februar Thomas Bernhards 'Vor dem Ruhestand' am Schauspielhaus Stuttgart.
  • Kušej tritt nach seinem Rückzug aus Wien 2024 erstmals wieder als Theaterregisseur auf einer großen Bühne in Erscheinung.
  • Das Stück, das 1979 in Stuttgart uraufgeführt wurde, thematisiert das Fortbestehen faschistischen Denkens vor dem Hintergrund der Debatte um den damaligen Ministerpräsidenten Hans Karl Filbinger.