APA - Austria Presse Agentur

Eventim will Impfpflicht für Konzertbesucher

03. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der Ticketverkäufer CTS Eventim möchte die Teilnahme an Konzerten und Veranstaltungen von einer Corona-Impfung abhängig machen.

Der deutsche Ticketverkäufer CTS Eventim - zu dem in Österreich unter anderem Acardia und Barracuda gehören - hat laut eigener Aussage bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit ihre Systeme auch Impfausweise lesen können. Das sagte Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg gegenüber der "Wirtschaftswoche":  "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen."

Außerdem unterstützt CTS Eventim das deutsche Bundesland Schleswig-Holsteinbei bei der Vergabe von Impfterminen. Das System spüre die Anfragen nach den Impfterminen kaum, sagt Schulenberg. Bei großen Konzerten, wie den Rolling Stones oder Ed Sheeran, kämen direkt nach Verkaufsbeginn über eine Million Anfragen rein. "Davon waren wir weit, weit weg", so Schulenberg. Auch mit Österreich stehe man bereits in Verhandlungen, um bei der Organisation der Vergabe von Impfterminen zu unterstützen.

Ink Music arbeitet an Phasenkonzept

Der CEO des österreichischen Musiklabels und Eventveranstalters Ink Music, Hannes Tschürtz, äußerte sich auf Twitter in einem Sub-Tweet über die Diskussion. Darin begrüßte Tschürtz, dass sich die Veranstaltungsbranche eigene Lösungen überlegt. Die Kritik aus der Wissenschaft an den Konzepten bezeichnete er als legitim. Außerdem schrieb er, dass Ink Music an "einem Phasenkonzept, wo Zutritt mit negativem Test, Impfung oder nachweisbarer Immunität möglich sein soll", arbeite. 

SPD-Gesundheitsexperte: "Brutkasten" für Mutationen

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach kritisiert auf Twitter den Eventim-Plan: "Wenn Eventim Grossveranstaltungen mit Geimpften macht wäre dies der optimale Brutkasten für südafrikanische und brasilianische Escape Varianten." Große Events seien erst möglich, wenn durch die Corona-Impfung eine Herdenimmunität erreicht sei. Zu frühe "Escape Varianten" seien "besonders gefährlich", betont Lauterbach.

Quelle: Redaktion / apb