"Don't Worry Darling": Drama am Set für Fans interessanter als Film

11. Sept. 2022 · Lesedauer 7 min

Der Film "Don't Worry Darling" wurde diese Woche bei den Filmfestspielen in Venedig vorgestellt. Vor dem Kinostart hat der Film jedoch bereits ordentlich für Schlagzeilen gesorgt. Das Drama, das sich abseits der Leinwand abspielt, ist für Fans und Klatschpresse derzeit aber spannender als der Film selbst.

Der Film "Don't Worry Darling" von Schauspielerin und Regisseurin Olivia Wilde sorgt derzeit für viel Aufregung. Allerdings interessieren sich Medien sowie Fans auf Social Media weniger für den Inhalt des Films, sondern eher für die zwischenmenschlichen Dramen und Eklats, die sich rund um die Produktion und Promotion abzuspielen scheinen.

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Drama #1: Kündigung oder Rauschmiss?

Ursprünglich war nicht Sänger Harry Styles für die männliche Hauptrolle geplant, sondern Shia LaBeouf. LaBeouf, der für bizarre schauspielerische und öffentliche Auftritte bekannt ist, sprang jedoch vor Drehstart im Jahr 2020 wieder ab. Anfangs hieß es, Regisseurin Olivia Wilde habe ihn rausgeworfen, weil seine Art nicht mit ihrem Regiestil harmoniert habe.

Das wollte LaBeouf nicht auf sich sitzen lassen. Er schickte dem Branchenblatt "Variety" E-Mails und Screenshots von Textnachrichten, in denen er Wilde seinen Ausstieg aus dem Projekt mitteilt. "Ich bin aus deinem Film ausgestiegen, weil deine Schauspieler und ich keine Zeit zum Proben finden konnten", schrieb er an die Regisseurin. Außerdem veröffentlichte er auch ein Video von Wilde, in dem sie ihn bittet, nicht auszusteigen.

Wilde wiederum meinte gegenüber "Vanity Fair": "Diese Angelegenheit ist so viel differenzierter, als dass sie in privaten, aus dem Zusammenhang gerissenen Nachrichten erklärt werden kann. Ich kann nur sagen, dass er ersetzt wurde und dass es mit ihm kein Weitermachen gab."

Eine dritte Quelle sagte gegenüber "Vanity Fair", dass es durchaus wahr sei, dass LaBeouf unzufrieden mit der wenigen gemeinsamen Probezeit mit Hauptdarstellerin Florence Pugh war. Pugh habe sich jedoch in der Gegenwart von LaBeouf unwohl gefühlt. Wilde hätte sich zwischen den beiden Schauspielern entscheiden müssen und wählte ihre Hauptdarstellerin. Um LaBeoufs Ego zu schonen, habe sie ihn in dem Glauben gelassen, es sei seine Entscheidung gewesen nicht mehr Teil des Films zu sein.

Drama #2: Sorgerechtspapiere auf der Bühne erhalten

Ein weiterer dramatischer Vorfall fand noch vor der Premiere des Films statt. Regisseurin Wilde hat auf der CinemaCon in Las Vegas im April dieses Jahres dem Film präsentieren wollen. Als sie auf der Bühne stand und über den Film sprach, kam eine Frau nach vorne und überreichte ihr einen Umschlag mit der Aufschrift "Persönlich und vertraulich". Wilde öffnete den Umschlag, in dem Glauben es sei ein Drehbuch, tatsächlich waren es jedoch Sorgerechtspapiere für die zwei Kinder, die sie mit Schauspieler Jason Sudeikis hat. Die beiden waren bis 2020 verlobt.

Wilde sagt später zu dem Vorfall: "Ich meine, es gibt einen Grund, warum ich diese Beziehung verlassen habe." Sudeikis hätte ihr die Papiere "diskret zustellen können, aber stattdessen entschied er sich, mir [den Antrag] auf die aggressivste Art und Weise zuzustellen", sagte die Regisseurin. Ihr Ex-Verlobter wolle sie "beruflich in Verlegenheit" bringen, was in einem "krassem Widerspruch zum Wohl unserer Kinder" stehe.

Sudeikis soll von der Zustellung zu diesem eher unpassenden Zeitpunkt nicht gewusst haben. Wilde war auch dem Gerücht ausgesetzt, sie hätte Sudeikis für Sänger und Hauptdarsteller Harry Styles verlassen. Sie bezeichnet diese Anschuldigung als vollkommen falsch: "Unsere Beziehung war schon lange vorbei, bevor ich Harry kennenlernte."

Drama #3: Fehde zwischen Wilde und Pugh

Aber nicht nur mit ihrem ursprünglichen Hauptdarsteller (siehe oben) soll Wilde Probleme gehabt haben, es wird berichtet, dass auch zwischen ihr und Florence Pugh eine Fehde herrschen soll. Dass Pugh bei der Promotionkampagne für den Film auffällig abwesend ist und auch auf Social Media praktisch kein Wort darüber verliert, wird auf Social Media als Indiz dafür gedeutet.

Pugh habe sich unwohl damit gefühlt, dass Hauptdarsteller Styles und die Regisseurin während der Dreharbeiten ein Paar wurden, so die Gerüchteküche. Pugh war damals zudem noch mit "Scrubs"-Schauspieler Zach Braff zusammen, der mit Wildes Ex-Verlobten Sudeikis (siehe oben) gut befreundet ist. Außerdem, habe sich Pugh - so die Gerüchteküche - von Wilde aufgrund deren Beziehung zu Styles nicht genügend beachtet gefühlt.

Die beiden Frauen hätten auch völlig gegensätzliche Vorstellungen davon, wie der Film vermarktet werden solle, geht das Gerücht. Pugh sprach sich gegen die Hypersexualisierung des Films aus, während Wilde wiederholt damit prahlte, dass die Darstellung der weiblichen Lust eines ihrer größten Ziele bei diesem Projekt sei.

Wilde: Pugh "hat mich umgehauen"

Wilde versucht, die Gerüchte mit überschwänglichem Lob aus der Welt zu schaffen: "Es ist sehr selten, dass die Menschen von Frauen in Führungspositionen das Beste annehmen. Ich glaube, man gibt uns Frauen keinen Vertrauensvorschuss. Florence hat die Aufgabe, für die ich sie eingestellt habe, hervorragend erledigt. Sie hat mich umgehauen. Ich hatte jeden Tag Ehrfurcht vor ihr, und wir haben sehr gut zusammengearbeitet."

Zum Gerücht, sie wäre wegen Styles abgelenkt gewesen, meinte Wilde: "Die Vorstellung, dass ich fünf Sekunden am Tag Zeit hatte, um mich von irgendetwas ablenken zu lassen, ist lächerlich. Ich war vor allen anderen da. Ich war nach allen anderen da." Pughs Abwesenheit bei der Werbetour und ihr Mangel an Social-Media-Promo für den Film erklärt Wilde damit, dass Pugh eine sehr gefragte Schauspielerin sei und deswegen wenig Zeit habe. Wilde hätte Pugh fürs Schauspielern engagiert und nicht, um den Film zu promoten.

APA/AFP

Florence Pugh (r.) hatte so gut wie keine Zeit für Promo.

"Miss Flo"

Bei den Filmfestspielen in Venedig war Florence Pugh zwar anwesend, bis auf einen kurzen Gang über den Roten Teppich nahm sie aber keine Promo-Termine wahr. Auch sieht man Hauptdarstellerin und Regisseurin auf keinem Foto nebeneinander stehen.

Florence Pughs Stylist für die Filmfestspiele schüttete noch etwas Öl ins Feuer und betitelte ein Bild von Pugh mit "Miss Flo". So hatte Wilde ihre Hauptdarstellerin in dem Video an LaBeouf (siehe oben) bezeichnet. Für die Social-Media-Klatschexperten natürlich eine hieb- und stichfeste Beweiskette.

Drama #4: Spit-Gate

Bei der Vorstellung des Films in Venedig tauchte ein Video auf, in dem angeblich zu sehen ist, wie Harry Styles auf seinen Schauspielkollegen Chris Pine spuckt. "Hat er es getan oder hat er es nicht getan?" war daraufhin die Frage, die im Internet heiß diskutiert wurde.

"Völlige Erfindung"

Ein Vertreter von Pine meinte in einem Statement, dass die ganze Geschichte lächerlich wäre. Es handle sich um eine "völlige Erfindung" und sei "das Ergebnis einer seltsamen Online-Illusion, die eindeutig täuscht und zu törichten Spekulationen Anlass gibt". Um die Geschichte ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen, wurde noch hinzugefügt, dass zwischen den beiden Männern "nichts als Respekt herrscht" und jeder Versuch, es anders darzustellen sei "ein eklatanter Versuch, ein Drama zu erzeugen, das es einfach nicht gibt". 

Styles scheint die Geschichte zu amüsieren. Bei einem Konzert im Madison Square Garden in New York sagte er zum Publikum: "Ich war gerade in Venedig, um Chris Pine zu bespucken, aber keine Angst."

Psychothriller oder doch Drama?

Wer nach all dem Drama nun Lust hat, den Film zu sehen: "Don't Worry Darling" kommt am 23.09. in die heimischen Kinos. Der startbesetzte Psychothriller handelt von dem Ehepaar Alice und Jack, die in der Retortenstadt Victory leben. Finanziert wird das Stadtprojekt von Jacks Arbeitgeber (gespielt von Chris Pine). Alice lebt in der vermeintlich paradiesischen Gemeinschaft ein langweiliges Hausfrauenleben. Als sie versucht, mehr über das Projekt herauszufinden, stößt sie schnell auf verschlossene Türen und vor allem Unverständnis für ihre Neugierde.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz