APA - Austria Presse Agentur

Deutscher Komiker Karl Dall verstorben

23. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

Der deutsche Komiker und Schauspieler Karl Dall ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Dall hat sich von einem Schlaganfall, den er vor zwölf Tagen erlitten hatte, nicht mehr erholt.

Der deutsche Komiker Karl Dall ist am heutigen Montag verstorben. Das teilte seine Familie der "Deutschen Presse-Agentur" mit. "Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er heute friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Er hinterlässt eine Ehefrau, Tochter und Enkelin", hieß es in dem Schreiben.

Dall hatte bei den Dreharbeiten zur "ARD"-Telenovela "Rote Rosen" einen Schlaganfall erlitten. "Dank schneller ärztlicher Hilfe konnte er sofort operiert werden. Die Ärzte sind zuversichtlich", sagte seine Tochter Janina Dall Nenadic noch anschließend. Der Schauspieler konnte sich aber doch nicht mehr davon erholen.

Hängendes Schlupflid und große Klappe

Dall hatte seine Karriere mit der Gruppe Insterburg & Co begonnen. Später moderierte er als Kalauer-König im Fernsehen Talkshows, platzierte sich mit Schlagern wie "Diese Scheibe ist ein Hit" und "Millionen Frauen lieben mich" in den Charts und stand als Schauspieler in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera. Eine eigene TV-Sendung wie einst die Formate "Dall-As" (1985-1991 auf "RTL") und "Jux und Dallerei" (1992-1994) auf "Sat.1" hatte der Entertainer seit längerem nicht mehr.

Mit schrägem Humor hat Komiker Karl Dall die Showwelt erobert. "Auge zu und durch" nannte er seine Autobiografie - und genau das dürften sich auch oft die prominenten Gäste seiner Talkshows wie "Dall-As" gesagt haben, wenn der TV-Humorist sie mal wieder rotzig provozierte und ordentlich austeilte. Erst sei er damit nicht beachtet, später verrissen und schließlich zum Kult erklärt worden, fasste er es selbst einmal zusammen. "Jeder wollte mal mit Dall am Tisch sitzen und sich verarschen lassen - wer da nicht dabei gewesen war, gehörte nicht in die Showbranche."

Dall hätte Beamter werden sollen

Der nach seinem Kollegen Otto Waalkes - wie er in Emden geboren - berühmteste Ostfriesen-Komiker feierte Erfolge auf der Bühne und im Fernsehen. Dabei sah es nach einer solchen Karriere bei ihm lange nicht aus. Einen Beamten wollten die Eltern aus ihm machen, das Lehrerkind selbst sah sich als Fotograf oder Kameramann. Nach dem vermasselten Schulabgang - in der zehnten Klasse brach er ab - platzten elterliche und eigene Träume. Dafür war er als Klassenclown bekannt.

Er, der als Kind wegen seiner Lidmuskelschwäche gehänselt wurde, machte das Beste daraus - und wurde Berufskomiker. Nach einer Schriftsetzer-Lehre und Gelegenheitsjobs traf er auf Liedermacher Ingo Insterburg, 1967 schlug die Geburtsstunde für die humoristisch-anarchistische Gruppe Insterburg & Co ("Ich liebte ein Mädchen"), die schnell zum Geheimtipp in der Studentenszene wurde. Bevor die Blödel-Truppe Ende der 70er auseinanderging, hatte Dall Kontakte zum Fernsehen geknüpft. Er brachte den "Musikladen" mit auf den Bildschirm, assistierte bei Rudi Carrells "Am laufenden Band" und spielte in "Verstehen Sie Spaß?" Telefonstreiche.
 

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb