APA - Austria Presse Agentur

"Borat 2" räumt bei Golden Globes ab

01. März 2021 · Lesedauer 3 min

Die Komödie "Borat Subsequent Moviefilm", das Comeback des britischen Komikers Sacha Baron Cohen, ist einer der großen Sieger der diesjährigen Golden Globes. Er dominierte in der Kategorie beste Filmkomödie. Cohen wurde auch als bester Hauptdarsteller einer Komödie geehrt.

Neben "Borat 2" war das Roadmovie "Nomadland" von Regisseurin Chloe Zhao der Gewinner als bestes Filmdrama. Zhao wurde auch als beste Regisseurin geehrt. Das bringt auch Kritiker zum Verstummen, die in den vergangenen Jahren einen zu kleinen Frauenanteil bekrittelten. Zhao ist erst die zweite Frau in der Geschichte der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung, die den Regie-Preis bekam. Sie erzählt in dem auf einem Sachbuch basierenden Film die Geschichte einer 60-Jährigen, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit prekären Jobs über Wasser hält und als moderne Nomadin im Wohnwagen durch die USA zieht.

Borat reiste wieder durch die USA

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire "Borat Subsequent Moviefilm" (dt.: Borat Anschluss Moviefilm). Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster "Borat"-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

12-jährige Deutsche verliert gegen Jodie Foster

Die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel ging bei der Verleihung leer aus. Sie war in der Sparte "Beste Nebendarstellerin" für den Western "Neues aus der Welt" nominiert gewesen. Die Schülerin hatte die Preisvergabe in einer Live-Schaltung aus Berlin mitverfolgt. Die Trophäe ging an Jodie Foster (58) für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller "The Mauritanian".

Vier Globes für "The Crown"

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie "The Crown" mit vier Preisen der große Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O'Connor als Prinz Charles in der besten männlichen Drama-TV-Rolle, für Emma Corrin als Prinzessin Diana in der gleichen weiblichen Kategorie und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörperte und dafür den Globe für die beste TV-Nebenrolle gewann. Die Serie läuft beim Streaminganbieter Netflix, einem der großen Gewinner der Verleihung. Mit "Das Damengambit" hat der Dienst auch die beste Miniserie des Jahres im Angebot. Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy wurde beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie.

Beste Comedy-Serie wurde "Schitt's Creek", eine warmherzige kanadische Reihe, die bereits bei den Emmys in diesem Jahr eine Rekordzahl an Auszeichnungen einfuhr. Ebenfalls bei Netflix laufen "I Care a Lot", deren Hauptdarstellerin Rosamund Pike als betrügerische Anwältin den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in einer Komödie gewann

Chadwick Boseman wurde posthum bester Hauptdarsteller

Hauptdarsteller Chadwick Boseman wurde für "Ma Rainey's Black Bottom" posthum ein halbes Jahr nach seinem Krebstod im August als bester Schauspieler in einem Drama ausgezeichnet wurde. Seine Witwe Taylor Simone Ledward nahm unter Tränen den Golden Globe entgegen.

In der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" gewann das Familiendrama "Minari" von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit "Minari", hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Wegen der Corona-Pandemie lief die Gala diesmal weitgehend virtuell ab, die Nominierten wurden von Standorten in aller Welt zugeschaltet. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus.

Kritik: Globes zu "weiß"

In diesem Jahr hatte es für die intransparenten Mitgliedschaftskriterien Kritik an dem Verband gegeben. Außerdem seien die Juroren ausschließlich weiß, hatte die "Los Angeles Times" im Vorfeld berichtet. Während der Verleihung versprachen mehrere Mitglieder der HFPA, dass künftig auch Schwarze aufgenommen würden. Bei den Oscars stimmen mehr als 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards sollen am 25. April vergeben werden.

Quelle: Agenturen