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Biennale-Künstler*innen teilen Bühne in Wiener Dependance

04. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

"Aufmerksamkeit teilen und Sichtbarkeit schaffen": Unter dieser Prämisse erweitern die beiden Künstler*innen Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl ihren Beitrag für die 59. Kunstbiennale in Venedig und zeigen ihre Arbeiten parallel auch in Wien. Das Besondere: Sie teilen sich den Raum mit ihren Studierenden von der Akademie der bildenden Künste sowie der Angewandten. Den Rahmen bietet mit Phileas eine Organisation, die selbst auf mehr Sichtbarkeit setzen will.

Die von Ex-KHM-Kurator Jaspar Sharp und Moritz Stipsicz im Jahr 2014 gegründete philanthropische Organisation bringt seit Jahren heimische Künstlerinnen und Künstler mit internationalen Museen und Biennalen zusammen. "Nun gehen wir einen Schritt weiter und wollen unsere Arbeit auch in Österreich sichtbar machen", so Sharp am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz zur Ausstellung "Soft Machine" in den neuen Phileas-Räumlichkeiten am Opernring 17. Künftig sollen hier pro Jahr drei bis vier Ausstellungen zu sehen sein. Darüber hinaus will man "Referenzpunkt für die hier lebenden Künstlerinnen und Künstler" sein. Phileas wird zu zwei Dritteln von Sponsoren finanziert, ein Drittel des insgesamt rund 750.000 Euro umfassenden Budgets kommt aus öffentlicher Hand.

Die Ausstellung "Soft Machine" ist aber nicht nur für jenes Publikum spannend, das es nicht auf die Biennale geschafft hat. Denn Scheirl und Knebl zeigen hier nicht nur ähnliche Werke wie in Venedig, sondern überlassen den Großteil der Ausstellungsfläche, die durch die hohen Fensterbögen auch von außen einsehbar ist, ihren Studierenden. Die ersten beiden Tranchen sind Knebls Schützlingen von der Transmedialen Kunst der Angewandten gewidmet; im Sommer folgen Arbeiten von Studierenden aus Scheirls Klasse des Fachbereichs Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste. "Das ist für uns ein politischer Akt", so Knebl.

Begleitet werden die Ausstellungen von einem Rahmenprogramm: So steht am 24. Mai im Filmmuseum ein Screening des restaurierten Streifens "Rote Ohren Fetzen Durch Asche" (199) von Ashley Hans Scheirl auf dem Programm. Am 8. Juni gastiert der Schweizer Historiker Philipp Sarasin, Autor des Buches "1977: Eine kurze Geschichte der Gegenwart", im Forum am Schillerplatz, im Anschluss wird die zweite Tranche der Studierenden-Schau im Phileas eröffnet. Am 5. Juli folgt schließlich die Ausstellung von Studierenden der Akademie der bildenden Künste, zum Auftakt geben Sisters+ ein kuratiertes Konzert im Celeste.

(S E R V I C E - Ausstellung "Soft Machine", Zusammenarbeit von Phileas und dem österreichischen Pavillon an der 59. Kunstbiennale von Venedig. 6. Mai bis 18. September. www.phileasprojects.org)

Quelle: Agenturen