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Bayreuther Festspiele gehen mit zwei Konzerten zu Ende

31. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Bayreuther Festspiele 2022 neigen sich ihrem Ende zu. Heute, Mittwoch, gibt Dirigent Andris Nelsons das erste von zwei Konzerten, die in diesem Jahr den Abschluss des Opernspektakels markieren. Die Bayreuther Sänger-Stars Catherine Foster und Klaus Florian Vogt singen Passagen aus den Richard-Wagner-Opern "Der fliegende Holländer", "Tannhäuser" und "Tristan und Isolde". Morgen, Donnerstag, werden dann gegen 21 Uhr die Schlussakkorde des diesjährigen Festivals erklingen.

Es ist eine bemerkenswerte Saison, die auf dem Grünen Hügel zu Ende geht. Ihr Start war überschattet worden von anonymen Sexismusvorwürfen. Dann machte die Neuinszenierung des "Ring des Nibelungen" des jungen österreichischen Regisseurs Valentin Schwarz Schlagzeilen, weil sie von weiten Teilen des Publikums so heftig und gnadenlos ausgebuht wurde, wie es in der Dimension selten der Fall ist in Bayreuth.

Nach dem Ende der Festspiele stellt sich vor allem die Frage, ob Festspielleiterin Katharina Wagner ihren bis 2025 laufenden Vertrag verlängert. Der Chef des Bayreuther Verwaltungsrates, Georg von Waldenfels, sagte, die Gespräche dazu sollten im kommenden Jahr beginnen. Bisher hatte immer ein Nachfahre Richard Wagners die Festspiele geleitet, die Urenkelin des Komponisten hat ihre Zukunft aber bereits an die Forderung nach Reformen auf dem Grünen Hügel geknüpft.

Für das kommende Jahr ist ein 3D-"Parsifal" mit Augmented Reality in der Regie von Jay Scheib geplant mit Pablo Heras-Casado am Pult. "Christian Thielemann ist hierfür in den Spielzeiten 2025 und 2026 angefragt", sagte Festspielleiterin Katharina Wagner der dpa. Joseph Calleja singt den Parsifal, Georg Zeppenfeld den Gurnemanz und Ekaterina Semenchuk die Kundry.

Semyon Bychkov soll 2024 eine Neuinszenierung von "Tristan und Isolde" dirigieren, Daniele Gatti 2025 die "Meistersinger von Nürnberg". "Die Vorwürfe gegen Herrn Gatti wurden zahlreich und eingehend aufgearbeitet", sagte Wagner. "Ansonsten würde er ja kaum der Nachfolger von Christian Thielemann bei der Staatskapelle in Dresden."

Im August 2018 war Gatti als Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw Orchesters nach Beschuldigungen sexueller Belästigung fristlos entlassen worden. Mehrere Musikerinnen hatten über "unangemessenes Verhalten" des Chefdirigenten geklagt. Gatti hatte die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. Im Juni hatte die Sächsische Staatskapelle Dresden Gatti zu ihrem neuen Chefdirigenten gewählt. Thielemanns Vertrag in Dresden endet im Juli 2024.

Auch die Bayreuther Festspiele waren in diesem Jahr von Sexismus-Vorwürfen überschattet worden. Anonyme Mitarbeiter berichteten dem "Nordbayerischen Kurier", dass sie auf dem Grünen Hügel angefasst wurden oder sich sexuelle Anzüglichkeiten anhören mussten. Festspiel-Chefin Wagner bestätigte, dass auch sie selbst betroffen war.

(S E R V I C E - www.bayreuther-festspiele.de )

Quelle: Agenturen