Baselitz-Schwerpunkt im Salzburger Museum der Moderne
Die Festspielausstellung im Sommer ist der französischen Architektin, Designerin und Fotografin Charlotte Perriand gewidmet. Es ist die erste große Retrospektive mit Werken der Künstlerin, die in den 1930er-Jahren für das Studio von Le Corbusier gearbeitet und dabei zahlreiche Möbel- und Interiorprojekte verantwortet hat. Die weltberühmte Chaiselounge von Le Corbusier sei eigentlich eine Liege von Perriand, erklärte Krejci. Die Schau sieht er auch als eine Möglichkeit, das Werk von bisher nicht so stark im Fokus stehenden Künstlerinnen zu würdigen. Die Französin gehöre zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Für die Schau wird mit dem Kunstmuseum Krefeld, der Fundacio Joan Miro in Barcelona sowie den Archives Charlotte Perriand kooperiert.
Eine Schau mit Werken des slowakischen Avantgarde-Künstlers Stano Filko, eine Einzelausstellung mit Arbeiten der US-Amerikanerin Georgia Gardner Gray, eine Präsentation von Künstlerbüchern und Video-Landschaften des österreichischen Konzeptkünstlers Ernst Caramelle sind 2026 ebenso geplant wie eine Schau mit Arbeiten von Oskar Kokoschka, der Salzburg nicht nur durch die Gründung der Sommerakademie eng verbunden war. Wie sich die Beziehungen und Verbindungen zu Salzburg im Werk widerspiegeln, soll auch die Ausstellung "Neugier im Fluss: Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung" im Herbst am Standort Mönchsberg sichtbar machen. Er denke daran, dieses Konzept als Triennale anzulegen, meinte Krejci.
Zufrieden zeigte sich der Museumsdirektor mit der Entwicklung des vergangenen Jahres. Die Besucherzahlen konnten um sechs Prozent auf 99.000 Personen gesteigert werden. Die Initiative, mehr junge Menschen für das Museum zu gewinnen, zeigte Wirkung: Die Zahl der unter 19-Jährigen erhöhte sich um rund ein Drittel. Den Jugendlichen wird durch ein Sponsoring freier Eintritt sowie die kostenlose Auffahrt mit dem Mönchsbergaufzug ermöglicht. Dazu gibt es zahlreiche Vermittlungsangebote für verschiedene Altersgruppen. Bei der Kunstvermittlung gab es ein Plus von 16 Prozent, berichtete Krejci. 2025 kamen durch Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben 134 Werke zum Bestand des Hauses dazu. Da das Museum kein eigenes Ankaufsbudget hat, ist das nur durch enge Partnerschaften und Förderungen möglich. Investiert wurde in die Infrastruktur: Der Eingangsbereich sowie der Museumsshop des Standorts Mönchsberg wurden neu gestaltet. Die notwendige Dachsanierung werde 2028 vorgenommen, kündigte Krejci an.
(S E R V I C E: www.museumdermoderne.at)
Zusammenfassung
- Das Museum der Moderne Salzburg setzt 2026 einen Schwerpunkt auf Georg Baselitz mit zwei Ausstellungen, darunter großformatige Gemälde ab April am Mönchsberg und frühe Zeichnungen im Sommer im Rupertinum.
- Die Festspielausstellung im Sommer ist der französischen Architektin Charlotte Perriand gewidmet und zeigt in Kooperation mit internationalen Partnern erstmals eine große Retrospektive ihres Werks.
- Die Besucherzahlen stiegen 2025 um sechs Prozent auf 99.000, wobei die Zahl der unter 19-Jährigen um rund ein Drittel zunahm und 134 neue Werke durch Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben zum Bestand kamen.
