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Angewandte widmet ehemaligem Rektor Oberhuber Ausstellung

03. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Er leitete die Universität für angewandte Kunst Wien von 1979 bis 1987 und 1991 bis 1995 - der laut einer Aussendung "wegweisenden und vielschichtigen Praxis" des Oswald Oberhuber widmet die Angewandte nun eine Ausstellung in ihrer Galerie. In "Schule Oberhuber" werden von morgen, Mittwoch, bis zum 2. Juli Bestände aus Kunstsammlung und Archiv präsentiert. Auch gegenwärtige Fragestellungen will die Ausstellung mithilfe der Arbeit des im Jahr 2020 Verstorbenen anschneiden.

Der ehemalige Rektor - nebenbei auch Bildhauer, Maler, Kunsttheoretiker, Poet und Ausstellungsmacher - orientierte sich stets an einem Konzept der "permanenten Veränderung" und plädierte für einen erweiterten Blick auf die Moderne. Oberhubers Streben nach einer Revision des damals gültigen Kanons der Kunstgeschichte der Moderne stellt die Angewandte unter anderem anhand seiner Ausstellung "Österreichische Avantgarde 1900-1938. Ein unbekannter Aspekt" aus den Jahren 1976 und 1977 dar.

Seit ihrer Gründung in den 1980er-Jahren sei die Kunstsammlung der Universität von Oberhubers "Suche nach der verschütteten Geschichte der österreichischen Avantgarde" geprägt und widme sich den Entwicklungen der Moderne, heißt es in der Aussendung. Mit der Ausstellung wollen die Kuratoren Cosima Rainer und Robert Müller auch das Potenzial einer universitären Sammlung für eine kritische Befragung kunsthistorischer Erzählungen in den Blick nehmen. In der k.k. Kunstgewerbeschule, die später zur Angewandten wurde, seien bereits 1867 Frauen zum Studium zugelassen worden. So sehe man in der Sammlung eine "Art Alternativ-Erzählung zum vorherrschenden Kanon".

Mit Werken von Schülern und Schülerinnen sowie Künstlern und Künstlerinnen, die um 1900 entstanden, wolle man nicht nur die fortschrittliche Lehrpraxis an der damaligen Kunstgewerbeschule präsentieren, sondern auch Verbindungen zu europäischen Avantgarden ziehen. Aber auch Schätze aus Oberhubers Leben werden gezeigt: Ein Erzählstrang durch die Ausstellung formiert sich aus seinen Plakaten, Möbeln und Publikationen.

Eine Fortsetzung ist bereits fix: Von September bis November legt man in der Universitätsgalerie dann allerdings einen Schwerpunkt auf die Werke der österreichischen Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis (1898-1944). Umfangreiche Publikationen sollen beide Ausstellungen begleiten.

(S E R V I C E - "Schule Oberhuber. Eine Sammlung als Programm" von 4. Mai bis 2. Juli in der Universitätsgalerie der Angewandten im Heiligenkreuzerhof, Schönlaterngasse 5, Stiege 8, 1. Stock, Wien 1, www.dieangewandte.at)

Quelle: Agenturen