APA/APA/dpa (Archiv)/Britta Pedersen

90er-Kinderstar Aaron Carter tot in seinem Haus gefunden

05. Nov. 2022 · Lesedauer 4 min

US-Sänger Aaron Carter, kleiner Bruder von "Backstreet Boys"-Sänger Nick und erfolgreicher Kinderstar Ende der 1990er-Jahre, wurde in seinem Haus in Kalifornien tot aufgefunden. Aaron wurde 34 Jahre alt.

"Sie rief mich an und sagte, ihr Sohn sei tot", bestätigte Carters Agent Roger Paul, der vom Tod seines Klienten von dessen Mutter erfahren hatte. Die Polizei von Los Angeles bestätigte auf Nachfrage einen Einsatz in Lancaster im US-Bundesstaat Kalifornien, gab aber keine Details zum Tod bekannt.

Berichte, nach denen Carter in einer Badewanne gefunden wurde, blieben zunächst unbestätigt. In einer schriftlichen Stellungnahme des Managements hieß es: "Wir sind sehr traurig und schockiert, heute den Tod von Aaron Carter zu bestätigen. Im Moment wird seine Todesursache untersucht." Man bitte um Rücksicht auf die Familie.

Jahrelange Suchtprobleme

Carter hatte zuletzt immer wieder mit psychischen Problemen sowie Medikamenten- und Drogensucht gekämpft Der jüngere Bruder von "Backstreet Boy" Nick Carter feierte Ende der 90er Jahre mit Hits wie "Crush On You" und "Aaron's Party" große Erfolge - da war er noch ein Kind. Er trat als Vorgruppe der "Backstreet Boys" und von "Britney Spears" während dessen Hochzeit auf und verkaufte selbst Millionen Alben. Seitdem hat er sich immer wieder eher erfolglos an einem Comeback versucht. Im Rahmen einer Welttournee machte er 2015 auch in Deutschland Station.

Geschwister setzten Restraining Order durch

Zuletzt machte der weltbekannte Teeniestar aber mit tragischen Nachrichten von sich reden. Die beiden Brüder Nick und Aaron zofften sich öffentlich - und machten sich schlimme Vorwürfe. Im Jahr 2019 behauptete Nick, sein jüngerer Bruder habe Drohungen gegen die Familie ausgesprochen. Auch mit seiner Zwillingsschwester Angel hatte Aaron sich in den Haaren - schließlich beantragten Nick und Angel ein Kontaktverbot.

Häufig äußerte Aaron Carter sich zuletzt öffentlich über seine Drogen-Vergangenheit. Vor rund drei Jahren sagte er, er nehme mehrere Medikamente, um seine psychischen Probleme in den Griff zu bekommen. Auch politisch positionierte sich Carter und erklärte 2016, dass er bei der US-Präsidentschaftswahl Donald Trump wählen wolle.

Sohn wächst bei Oma auf

Vor knapp einem Jahr war dann das erste Kind des Sängers zur Welt gekommen. "Prince ist kostbar, ich liebe dich, Sohn", schrieb er damals, zur Geburt im November 2021, auf Instagram. Eine Woche später trennte er sich von der Mutter, seiner Verlobten Melanie Martin. Aus "persönlichen Gründen" gehe man getrennte Wege, schrieb er auf Twitter. In mehreren Botschaften beklagte sich der jüngere Bruder von "Backstreet Boys"-Sänger Nick Carter über angebliche Lügen und Einmischungen seiner Familie. Seiner Ex-Verlobten warf er damals vor, heimlich Kontakt mit seiner Zwillingsschwester zu unterhalten. Der gemeinsame Sohn wächst aktuell bei der Mutter von Carters Ex-Verlobter auf. 

Er sei von seiner Familie betrogen und hintergangen worden, schrieb Carter damals. Sie habe sich darum bemüht, ihn unter Vormundschaft zu stellen. Es sei nun seine wichtigste Aufgabe, sich als alleinstehender Vater ganz um seinen Sohn Prince zu kümmern.

Öffentliche Entgleisungen auf Social Media

In den vergangenen Jahren hatte sich Carter im Internet auch immer wieder öffentlich mit Unbekannten gestritten, die ihn provozierten oder sich über sein Gesichtstattoo lustig machten. Von vielen wurden die Probleme Carters als Folge seines frühen Ruhms gesehen. Experten weisen immer wieder auf den hohen Druck hin, denen Kinder und Jugendliche vor allem in der US-Unterhaltungsindustrie ausgesetzt sind.

Zu den Kameras und Mikrofonen, die ständig auf die jungen Prominenten gerichtet sind, kamen in den vergangenen zehn Jahren auch noch verstärkt die sozialen Medien und das Internet. Die Kinder-Idole müssen nur nach ihrem Namen suchen, um in die aggressiv brodelnde Gerüchteküche um ihr Privatleben einzutauchen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam